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Gefangen in der Freiheit

Fsa2010-martin-img_5109Es war einmal ein einfacher Mann. Er kämpfte für seine Freiheit bis er fiel. Ja liebe Freunde, es gab tatsächlich Menschen, die bereit waren, für bestimmte Werte sogar ihr Leben zu lassen. Der ganz Schlaue von heute würde aber prompt dagegen einwenden, was es ihm genützt hätte, wenn er am Ende ohnehin den Tod fände – und ich könnte darauf wetten, dass auch er unter jenen war, die überwältigt und beeindruckt von der Geschichte und der Persönlichkeit eines William Wallace, Gandhis oder eines Malcom X im Kinosaal den Tränen nahe waren. Jene Menschen waren schlicht und ergreifend aus einem anderen Holz geschnitzt als wir es heute sind. Sie zogen den Tod in Freiheit einem Leben in Knechtschaft vor.

Natürlich soll es kein Aufruf dazu sein, ein Pferd zu besteigen und mit gezogenem Schwert dem Unterdrücker entgegenzureiten. Hier geht es um die zwei Schritte vorher. Die Erkenntnis, dass man überhaupt seiner Freiheit beraubt wurde, und wenn der erste Schritt getan ist, wenigsten den ständigen Willen in sich zu tragen, dagegen in irgendeiner Weise anzugehen, statt zu resignieren. Es geht also um das Verständnis von Freiheit und seiner Wertigkeit, die der Mensch sich heute Stück für Stück ohne zu mucken nehmen lässt, während andere sogar bereit waren dafür zu sterben, weil eben jene Freiheit mitunter ihr Menschsein ausmachte und sich nicht auf weltliche Errungenschaften beschränkte.

Auch wir heute, bestehen auf die Freiheit und setzten uns für sie ein und auch nicht selten mehr oder minder für die Freiheit anderer rund um den Globus, jedoch wird dieses wertvolle Gut mehrheitlich falsch bewertet. Denn sie ist viel mehr als nicht hinter Gittern oder an Ketten zu sein. Die Definition der Freiheit der Menschen in der sogenannten freien westlichen Welt, orientiert sich inzwischen nur noch an der Unfreiheit anderer Nation. Wir dürfen sagen, was wir wollen, konsumieren wie wir wollen, demonstrieren, wann wir wollen und reisen, wohin wir wollen. Indem man seinen Antlitz stets nach unten wendet, wird der Blick nach oben ins Licht mit jedem Mal schmerzhafter und getrübter. Die Gründungsväter Deutschlands definierten einst Freiheit mit nichts weniger als mit dem höchsten Anspruch, den sie sich selber setzten konnten, nämlich dass die Würde des Menschen unantastbar sei, was als Artikel 1 des deutschen Grundgesetztes eigentlich jedem bekannt sein müsste.

Denkst du nun, dass du auf dieser Grundlage frei bist? Wenn sich jedoch die Ansicht über die Würde eines Menschen im Laufe der Zeit nun auch verändert haben sollte, dann mag das mit Leichtigkeit zutreffen andernfalls lautet meine Antwort: nein. Wenn die herrschende Obrigkeit sich das Recht genommen hat, dich abzuhören, deine emails zu lesen, in deine vier Wände zu spähen, über dein Bankkonto zu verfügen, deine persönlichen Daten als Ware zu handeln, auf Verdacht deinen Pass einzubehalten, dich ohne Beweise einer Straftat wegzusperren. Wenn sich der Staat über deine Interessen als Teil des Volkes völlig hinweggesetzt hat und nicht einmal zuhört, wenn du gezwungen bist genmanipulierte Nahrung zu essen, wenn in deinem Namen Krieg geführt wird, wenn du mit dem Segen des Staates medial manipuliert werden darfst, wenn du ohne Steuernummer nicht existent bist, wenn du widerwillig deine Fingerabdrücke hinterlassen musst, wenn die Obrigkeit immer weiß, wo du dich aufhältst, wen du kennst, was du isst und welche Unterwäsche du trägst, wenn deine sämtlichen Daten gespeichert und auf hundert Jahre aufbewahrt werden, wenn ein bestimmtes Wort am Telefon dich zum potenziellen Terroristen macht, wenn du gezwungen bist, durch Nacktscanner zu gehen, dann ist es durchaus Zeit langsam einzusehen, dass deine Würde schon lange angetastet wurde bzw. du deiner Freiheit ein großes Stück weit beraubt wurdest.

Aber bei uns gilt die Meinungsfreiheit, ach ja stets das stärkste Argument die vorhandene Freiheit im Westen zu belegen. Diese Meinungsfreiheit ist nur eine Illusion, von den Mächtigen dem gemeinen Volk gewidmet, um ihnen ein Gefühl von Macht und Freiheit zu verleihen, denn dieses Werkzeug ist im Hinsicht auf die herrschende Klasse wirkungslos, da sie keine Kraft hat, die Obrigkeit in ihrem Handeln in irgendeiner Weise zu beeinflussen. Der Narrenfreiheit gleich, nur im Dienste der Unterhaltung und Belustigung, solange die Worte aus dem Mund des Narren kommen, aber wehe der Ritter des Königs spräche die selben Worte, wären seine Tage als Edelmann gezählt. So wie es heute einem Köhler,Wulff und vielen anderen ergangen ist.

Aber du möchtest mit deinen Worten auch verändern, würde man mir entgegnen. Worte ändern unsere Umstände nicht, wir können uns nur gegenseitig erinnern und aufrütteln. Wie der Einzelne nun mit seinem Wissen schließlich handelt, steht auf einem anderen Blatt. Die Wahrheit ist, und das sollte sich jeder eingestehen, dass wir nicht frei sind, und das diese vermeintliche Demokratie immer mehr zu einem Kontroll- und Polizeistaat mutiert, ob wir nun debattieren, diskutieren, kritisieren, uns mit Plakaten bewaffnen und lauthals unseren Unmut herausschreien, völlig gleichgültig. Es wird das passieren, was die wollen und nicht das, was wir wollen und verweise hiermit auf die Worte Roosevelts: „In der Politik geschieht nichts durch Zufall. Wenn etwas geschah, kann man sich sicher sein, dass es so geplant war.“


Geistige Brandstifter

messer-in-der-handIch hasse Nazis. Aber ich hasse immer noch Bild, Spiegel und wie sie alle heißen, egal wie heftig sie gegen die jüngsten Ausschweifungen von Fremdenfeindlichkeit schreiben. Werde auch nie ein Freund von Merkel, de Maizière und Konsorten sein, die keine Gelegenheit auslassen ihre vermeintlich Philanthropie zur Schau zu stellen. Und noch mehr hasse ich diese Heuchelei.

Die Nazis von heute sind nicht die Nazis von gestern. Sie sind weniger Nationalisten als vielmehr Verteidiger des gesamten Abendlandes. Sie haben sich den Kampf gegen die Islamisierung des Westens auf die Fahnen geschrieben. Demnach sind sie nicht gegen Flüchtlinge sondern einzig und allein gegen Flüchtlinge fremder Kulturen. Ist denn niemandem aufgefallen, dass die Länder aus denen diese Menschen kommen fast ausschließlich islamisch geprägt sind?  Das was zur Zeit in Deutschland passiert, würde nicht stattfinden wenn es um Vertriebene aus Italien, Schweden oder sogar Holland handeln würde.

Das kollektive Zähnezeigen gegen jene Neorassisten ist wirkungslos, weil inzwischen täglich Asylbewerberheime brennen und man nur noch auf die Nachricht über erste Opfer wartet. Aber verhindern könne wir es offensichtlich nicht. Fletschende Zähne hätte man einige Jahre früher zeigen müssen, aber an einen anderen Adressaten, an die geistigen  Brandstifter: den Medien und der Presse. Allen voran die bereits erwähnten Bild und Spiegel, die vor allem seit dem 11. September 2001 keine Gelegenheit ausgelassen haben, den Islam zu denunzieren und Ängste zu schüren, statt Kulturen und Völker aneinander näher zu bringen. Auch wenn die einen es nicht bemerkt haben, wir haben die Islamophobie am eigenen Leib gespürt und stetig vor den Konsequenzen gewarnt. Brennende Moscheen sind schon lange Alltag in Deutschland, aber für die Titelseite der Bild hat es nicht gelangt! Jetzt sind es Flüchtlingsheime, die brennen, und morgen ihre Bewohner. Und jetzt posaunen die Medien aus allen Rohren gegen jene Nazis, die sie einst ideologisch gefüttert haben. Unerträgliche Heuchelei.

Den Anteil der Politiker an der Gesamtmisere in der Welt entgeht wahrlich nur noch den Blinden und Tauben wenn überhaupt. Daher fehlt mir etwas an Phantasie zu verstehen, wie jemand Bewunderung oder Lob dafür ernten kann, dass offensichtlich Schlechte als schlecht zu bezeichnen und vergessen ist all das, was dazu geführt hat. Jetzt kämpfen manche Köpfe der Prominenz für die Flüchtlinge bzw. vielmehr gegen die Nazis, denn hier hört der Spaß auf, was auch in Ordnung wäre, wenn man die Intoleranz gegenüber der Ungerechtigkeit überall anwenden würde. Wo waren die Zähnezeiger als die deutsche Afghanistanpolitik mit dem selten dummen Satz, dass unsere Demokratie am Hindukusch verteidigt werden muss, gerechtfertigt wurde? Und das Sterben dort geht nahezu unbemerkt und emotionslos weiter. Und letztlich war das der Trigger für alle Konflikte besser gesagt Angriffskriege, die danach folgten. Der Westen hat dem Osten nichts als Blut und Leid gebracht und das Ergebnis kriegen die Menschen hier nun zu spüren.

Und ich bin sehr gespannt, wenn die ersten Flüchtlinge in kleine deutsche Gemeinden angesiedelt und ihre Bewohner mit den äußeren Merkmalen der islamische Kultur oder gar der Forderung nach einer Moschee zum ersten Mal konfrontiert wurden, ob die Toleranzgrenze gegenüber den Flüchtlingen unter der nicht rechtsgesinnten Bevölkerung unverändert bleibt? Dank der geistigen Brandstifter habe ich meine begründeten Zweifel.


Übrigens…

images…sind nicht Muslime für die Anschläge des 11. September verantwortlich. Der größte Terroranschlag der neueren Geschichte hat den Amerikanern und ihren Verbündeten Tür und Tor für ihre aggressive Außenpolitik geöffnet und dafür gesorgt, dass vermeintlich demokratische Gesellschaften zu Polizeistaaten umgewandelt wurden. Den Muslimen brachte es nur Tod und Leid.[1][2]

…war der Irak nie in Besitz von Atomwaffen und hatte keinerlei Verbindungen zu Al- Qaida. Die einzigen Gründe warum 500000 Muslime sterben mussten und das Land bis heute geplündert wird[3]

…sind es ausschließlich Muslime, die in Guantanamo, Abu Ghuraib, Bagram, Diego Garcia und den Kellern arabischer Despoten auf Befehl der Weltpolizei verrotten und gefoltert werden. Kein derartiges Gefängnis speziell für Nicht-Muslime ist bekannt

…haben die Palästinenser im letzten sogenannten Gaza-Krieg (zum Krieg gehören zwei ebenbürtige Gegner) 3 jüdische Zivilisten getötet. Israel dagegen hat mehr als 1200 Muslime getötet, 2000 Kinder, 1170 Frauen und 257 alte Menschen verwundet. Dabei haben sie ganze Familien ausgelöscht.[4]

…führen die Palästinenser keine Gefängnisse für israelische Bürger. Allein 2012 befanden sich 4706 Muslime in israelischen Gefängnissen, davon 220 Jugendliche (35 unter 16 Jahren) und 6 Frauen. Seit der Gründung Israels wurden nach Schätzung der Vereinten Nationen 700000 Palästinenser verhaftet.[5]

…töten die Amerikaner mit Hilfe von Drohnen bis heute tausende Zivilisten darunter immer wieder Kinder in Pakistan, Afghanistan, im Jemen und Somalia und Gott weiß, wo noch. Ächtung oder Verurteilung? Fehlanzeige. Die Ermordeten: Muslime[6]

…wurden bislang 500 Muslimbrüder unter dem neuen Schergen der Amerikaner in Ägypten zum Tode verurteilt. Ihr Verbrechen: Teil einer demokratisch gewählten Regierung gewesen zu sein. Entsetzen des Westens über Todesstrafe? Fehlanzeige. Übrigens, der Despot und Diktator Mubarak wurde nach 30 Jahren Schreckensherrschaft durch die jetzige an die Macht geputschte Regierung freigelassen. [7]

…starben in Deutschland seit seiner Gründung 0 Personen durch den sogenannten islamistischen Terror. Dagegen 144000 Rauchertote, 3300 Opfer des Passivrauchens (davon 1500 Säuglinge), 40000 Alkoholtote, 2000 Herointote und 4000 Verkehrstote jährlich. Laut WHO allein durch Rauchen weltweit 5.4 Millionen Tote. Das ist so als ob, jede Stunde ein Jumbojet abstürzen würde. Übrigens, Zigaretten wachsen nicht auf Bäumen. Wo kein Kläger da kein Richter[8]

…sind die Enthauptungsvideos der ISIS gefälscht. Der einzige Grund für den Westen sich an Luftschlägen in Syrien und dem Irak zu beteiligen. Übrigens, wirklich amateurhaft gemacht, reicht aber scheinbar heute aus, um die Menschen zu überzeugen[9]

…gibt es keine entführten Mädchen durch Boko Haram. Nur ein weiterer Versuch in Nigeria einzumarschieren, wie in Mali schon geschehen, jetzt in Sierra Leone und wir sind gespannt welche Länder folgen. Übrigens, alles Länder mit vornehmlich muslimischer Bevölkerung.[10]

…haben die Muslime keine Atombombe geworfen. Es war jemand anders.

…fanden fast alle Kriege des 20. und 21. Jahrhunderts ausschließlich aus materiellen Gründen vor allem dem Öl statt. Und es waren nicht islamische Staaten, die ihn stets begonnen haben. Ihre Gier nach dem schwarzen Gold hält sich in Grenzen. Die haben es ja und brauchen nicht so viel, weil sie unter anderem keine besonders ausgeprägte Kriegsindustrie haben.[11]

…sind es nicht die Muslime, die sich öffentlich über andere Religionen und ihre Propheten belustigen. Selbst das so gescholtene Saudi Arabien oder die ungeliebte Türkei lassen es nicht zu, dass Jesus in irgendeiner Form karikiert wird

…brennen Kirchen und Synagogen nicht in islamischen Ländern. Moscheen in Christlichen dafür immer öfter[12]

…so weiter und so fort

Übrigens, interessiert das überhaupt noch irgend jemanden ernsthaft? Die Tinte, mit der Geschichte niedergeschrieben wurde, ist längst getrocknet, und der Islam bleibt scheinbar die Gefahr für die vermeintlich freie Welt.

Quellen:

[1] http://alles-schallundrauch.blogspot.co.uk/2007/07/die-mutter-aller-lgen-um-911.html

[2] https://www.youtube.com/watch?v=VhqHf2FzhO4

[3] http://www.sueddeutsche.de/politik/us-studie-iraker-starben-im-irak-krieg-1.1795930

[4] http://antikrieg.com/aktuell/2014_07_30_raub.htm

[5] http://www.palaestina-portal.eu/texte/Palaestina_israel_gefangene_gefaengniss.htm

[6] http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Drohnen/tote.html

[7] http://www.spiegel.de/politik/ausland/aegypten-verurteilt-mehr-als-500-muslimbrueder-zum-tode-a-960356.html

[8] http://www.pafnet.de/index.php?name=AndyReviews&id=9946

[9] http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/paul-joseph-watson/kriminaltechniker-erklaeren-enthauptungsvideo-ist-moeglicherweise-manipuliert.html

[10] http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/gerhard-wisnewski/wenn-boko-haram-zweimal-klingelt-luegengeschichten-ueber-den-islamistischen-terror.html

[11] http://free21.org/sites/free21.org/files/article_pdf/low_resolution/free21_-_de_-_oilwars_low_3_0.pdf

[12] http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-08/moscheen-anschlaege-islamfeindlichkeit-ignoranz


„Nicht jeder Salafist ist ein Terrorist, aber fast jeder Terrorist ist ein Salafist“

A-Muslim-man-praying-alone1Mit diesem Statement, das man in der letzten Zeit immer häufiger hört, haben einige Regierungs- und Medienvertreter den Muslimen in Deutschland einen Bärendienst erwiesen, wobei Zweifel an einer guten Absicht durchaus berechtigt sind. Stellen sie sich vor, sie leben als eine Minderheit von Deutschen in einem anderen Land und sie hören immer wieder: nicht jeder Deutsche ist böse, aber fast alles Böse kommt von den Deutschen. Ich bezweifele, dass sie immer noch gerne auf die Straße gehen und sich länger als ein Teil der hiesigen Gesellschaft fühlen, zumal es ihnen ja nicht auf der Stirn geschrieben steht, von den Guten zu sein. Die Juden im Dritten Reich wurden mit der gleichen Aussage konfrontiert und gebrandmarkt, was am Ende die vermeintlich Guten auch nicht gerettet hat. Doch nein, zieht man derartige Vergleiche heran, kommt Empörung schon gewohnheitsmäßig auf, wird doch hier lediglich der Extremist verurteilt und nicht der gemeine Muslim und man solle bitte nicht stets die Opferkarte ausspielen, schließlich sind es die Christen, die weltweit verfolgt werden und in Saudi Arabien nicht einmal das Recht haben, ihre Religion frei ausleben zu dürfen. Punkt. Aus.

Ein Glück, dass Papier geduldig ist und es immer noch Menschen gibt, denen einfache Slogans und Pauschalurteile zu wenig sind, um sich eine Meinung zu bilden. Ich habe zwar Zweifel, dass hier am Ende die Vernunft der Vernünftigen siegt oder zumindest hilft, weil sich jene selber in diesem System nicht mehr helfen können und nur noch ein Spielball der Obrigkeit geworden sind, denn die Aufgabe des vermeintlichen Proletariats ist schon lange nicht mehr mitzubestimmen und zu verändern, sondern einzig und allein zu konsumieren und – wie manch einer schon sagte – seine Stimme in der (Wahl)Urne zu begraben. Dennoch ist es Wert, sich für das Richtige einzusetzen, um auch morgen in den Spiegel schauen und diese Welt mit gutem Gewissen verlassen zu können. Und wer weiß, vielleicht wird die Vernunft am Ende doch siegen und Wohl dem, der seinen Beitrag dazu geleistet hat.

Ich komme leider nicht drum herum, wieder Nazideutschland zu erwähnen bzw. vielmehr die Lehren, die man aus jener Zeit ziehen sollte, die jedem Schüler jeder Schule dieses Landes auf dem Weg in die weite Welt mitgegeben wurde: Nie wieder dürfen Gotteshäuser brennen. Entweder hat man einen guten Grund diesem Aufruf insbesondere in den letzten Jahre nicht folge geleistet zu haben oder Moscheen werden nicht als Gotteshäuser betrachtet, wie sonst sind 36 Anschläge auf Moscheen allein im letzten Jahr zu erklären[i]. Noch weniger zu verstehen, ist die Gleichgültigkeit und Zurückhaltung der Politik und Medien gegenüber diesem inzwischen scheinbar gewöhnlichen Ereignis, zumal das Bild eines brennenden Gebetshauses durchaus würdig wäre, mal auf einem Titelblatt zu erscheinen. Aber dies ist offensichtlich nur eine Randnotiz wert. Ist nun Deutschland was die Religionsfreiheit anbelangt tatsächlich in jeder Hinsicht besser als Saudi Arabien oder die Türkei, wo das Verbrennen von Kirchen nicht zum Alltag gehört? Man möge entgegnen, dass es auch dort unter den Tisch gekehrt werde, aber ich kann ihnen versichern, wenn dem so wäre, stünde es längst auf den Titelblättern der westlichen Presse – mit Bild wohlgemerkt – denn es wird keine Gelegenheit ausgelassen, diesen Ländern den Spiegel vorzuhalten und zu denunzieren.

Das im Titel erwähnte Zitat über den Salafisten wird nicht dazu beitragen, die Statistik von brennenden Gotteshäusern nach unten hin zu verbessern, vielmehr hat man damit den Zündstoff gemehrt, wie wir es vor allem in den letzten Tagen an den Ausschreitungen insbesondere in Hamburg und Celle sehen konnten. Da man nun Salafisten mit Terroristen gleichgesetzt hat, hat folglich jede Moschee mit salafistischer Gesinnung das Potential, eine Brutstätte des Terrors zu sein. Fakt ist, dass der Islam innenpolitisch das heikelste Thema zur Zeit ist, und nicht dass der eine oder andere zu der Schlussfolgerung kommt, jene Angriffe seien rechtens, da in ihnen Leute rekrutieren werden, die anderen Menschen die Hälse abschneiden und uns, die Christen, verfolgen und massakrieren. Allein Moschee und Rekrutierung in Verbindung zu setzen, ist ein Absurdum und eine sehr gefährliche Entwicklung. Wehret den Anfängen, kann ich da nur sagen.

Eigentlich ist es müßig zu erklären, wer oder was eigentlich ein Salafist ist, da sich der Westen bereits seine eigene Definition zurecht gelegt hat, sowie er zuvor allein bestimmen durfte, wer ein Terrorist sei. Der am Joystick eine Drohne lenkt, ist es schon mal nicht. Er tötet schließlich Frauen und Kinder für die gerechte Sache und im Namen der Demokratie, dazu noch zivilisiert mit einem Knopfdruck und nicht wie die Barbaren mit eigener Hand. Aber Wahrheiten hört man fast nur noch in den Narrenhäusern der Gesellschaft: dem Kabarett – dort aber bleibt sie und lustig wars auch.

Das Feuer wurde entfacht und der Muslim selber vermag es auch nicht mehr zu löschen. Dem im brennenden Haus bleibt nichts als die Flucht, und leider muss er dabei erkennen, dass auch Muslime mit ihrer Dummheit, Ignoranz und Arroganz mitgezündelt haben, indem sie der westlichen Politik in die Karten gespielt und es nicht einmal gemerkt haben. Nichtsdestotrotz bleibt der Anteil jener Ver- und Irregeleiteten verschwindend gering und das selbst – man höre und staune – unter den Muslimen salafistischer Gesinnung. Aber dies bleibt, wie bereits erwähnt, unerheblich weil ohne Wirkung, was allein dieser Satz dazu beigetragen hat:  fast jeder Terrorist ist ein Salafist, und der Erste bedroht ja die Weltordnung und somit folglich auch der Zweite.

Wie entzieht sich nun ein Muslim dem Verdacht, eine Bedrohung für diese Gesellschaft darzustellen? Mit Behauptungen friedlich und ein ehrlich arbeitender Bürger dieses Landes zu sein schon mal nicht. Das sagt er doch nur, um seine wahren Absichten und seine antiwestliche Agenda zu verbergen. Auch ein Geistlicher, der zum Dialog und zur Völkerverständigung aufruft, ist, wie der Spiegel  letztens eine Talkshow kommentierend schrieb, nichts als ein diabolisch grinsender Imam, der nun mal Salafist ist und uns nichts vormachen kann. Was also hilft, wenn das Wort versagt? Der Muslim möge den Bart kürzer oder am besten ganz abschneiden und die Muslima kann zwar das Tuch auf dem Kopf behalten, aber doch bitte ein bissel enger und bunter kleiden. Es folgt der allgemeine Protest und Einwand: wir wollen nicht den Islam verbieten, sondern wir möchten keine Salafisten unter uns haben. Und genau hier liegt das Problem.

Fragt man den Bürger auf der Straße, wer denn für ihn ein Salafist sei, beschreibt er in erster Linie sein Äußeres und weniger die Ideologie oder gar die Rechtschule, der er folgt, zumal das im Detail kaum jemand weiß, wobei selbst viele Muslime nicht einmal genau wissen, was die Salaf-Schule in Wahrheit beinhaltet. Der lange Bart oft kombiniert mit arabischer Kleidung und der Schleier oder weite dunkle Gewänder sind es, die der einfache Bürger mit dem Salafismus assoziiert. Das Problem dabei jedoch ist, dass dies Merkmale des Islams und nicht allein einer Richtung innerhalb desselben ist. Die Salaf-Schule ist eine Bewegung unter Vielen im Islam und um es einfach zu halten, sie ist vergleichbar mit der Orthodoxie des Christen- oder Judentums. Und nichts Verwerfliches oder Extremes ist darin zu erkennen, wenn der Mönch, Priester oder Rabbi einen langen Bart und die Nonne oder Ordensschwester dunkle Gewänder und gar eine Kopfbedeckung trägt und dabei alle in Vollem an die Bibel oder Thora glauben und sie praktizieren, indem sie Gottes Gebote achten und befolgen, sich von Wein und Spiel fern halten und ihr Leben nach dem Ewigen ausrichten. Und nichts Anderes ist der Islam und mit ihm der Salafismus. Jene Menschen, die im Namen des Islam Unrecht begehen, werden und wurden noch nie in der Geschichte dieser Religion seitens der Muslime und im Besonderen ihrer Gelehrten mit dem Salafismus in Verbindung gebracht, sondern einzig und allein mit ihrer Verirrung und Übertreibung im Glauben, was sie nicht selten zu Abtrünnigen des Islam machte. Und wenn Muslime dennoch heute den Salafismus und den Terrorismus miteinander in Verbindung bringen, dann nur weil diese Begriffe inzwischen anders definiert werden.

Aber leider helfen all diese Erklärungsbemühungen im Alltag herzlich wenig, zumal auch ich von den meisten Menschen auf der Straße vermutlich auf Grund meines etwas längeren Bartes als Salafist erkannt werde, obwohl ich mich selber nie anders als Muslim bezeichnet habe. Insofern schlummern auf Grund dieser neuen Maßstäbe auch in mir Kräfte, die jederzeit gegen alles und jeden ausbrechen könnten, was einfach völlig im Gegensatz zu dem steht, woran ich glaube und wonach ich am Jüngsten Tag gerichtet werde.

Wieder einmal die Opferrolle ausgespielt und völlig überzogen, würde manch einer sagen, doch seien wir mal ehrlich. Wenn wir in den Nachrichten hören, hier wurde ein Salafist verhaftet, dort eine Wohnung gestürmt, wer glaubt da schon an die Unschuld des Betroffenen? Oder ist es eher Erleichterung statt Sorge um den bärtigen Nachbarn, der gerade von der Polizei abgeführt wurde? Wen kümmert es noch, Hauptsache ein Bedrohungspotential weniger. Wen kümmern überhaupt die Menschen (wohlgemerkt: Menschen) in Guantanamo, die seit mehr als einem Jahrzehnt ohne Anklage dahinsiechen. Waren das übrigens auch Salafisten? Eigentlich eine ungewöhnliche Frage, aber warum? Weil der aktuelle Ismus von heute damals noch gar keine Rolle gespielt hat. Man hat es vorerst einfacher gehalten, denn der Begriff Terrorismus war schon als eine Abart des Bösen unter dem Normalsterblichen bekannt.

Das Rad, das immer größer und schwerer jedoch nicht langsamer zu seien scheint, lässt sich obgleich welcher Mühe nicht zurückdrehen und nicht einmal kurzweilig anhalten, vor allem weil Politik und Medien offensichtlich nicht einmal versuchen zu deeskalieren, stattdessen reden sie vom guten Muslim und schlechten Muslim und weiten den Krieg gegen den Terror auf allen Ebenen mit strammen Schritt aus. Besonders erschütternd finde ich, wenn man schon Kindern versucht zu vermitteln, welcher Muslim gut und welcher böse ist, wie es in der Nachrichtensendung für Heranwachsende Logo[ii] geschehen ist, in der man den Kleinen die Merkmale eines Salafisten in einer Minute an Hand von Bildern und Klischees hat erklären wollen. Die Juden konnte man einst an ihren langen Nasen und ihrer Gier nach Geld erkennen, die Salafisten heute am langen Bart und ihrer Kleidung. Geht’s noch?

Abschließend möchte ich festhalten, dass den Muslimen weltweit die Opferrolle durchaus zusteht, auch wenn sie nicht alleine dies für sich beanspruchen können. Schaut man heute auf die Konfliktherde der Welt, wird man ohne Mühe feststellen, dass ausschließlich nichtmuslimische Staaten andere Länder bombardieren, besetzen und plündern, und keineswegs umgekehrt. Und dabei sind es nun einmal vornehmlich Muslime, die in Afghanistan, Pakistan, Myanmar, Irak, Syrien, Palästina sterben und vertrieben werden, und dort, wo nicht gebombt wird, von westlichen Schergen regiert oder vielmehr unterdrückt werden. Gerne wird auf Saudi Arabien gezeigt, wenn es um den Islam auf politischer Ebene geht, aber ab dem Zeitpunkt der Gründung dieses Königreiches – übrigens mit der freundlichen Unterstützung und vor allem der Initiative der Engländer –  hat Saudi Arabien kein anderes Land besetzt oder angegriffen. Diese Tatsachen reichen immer noch nicht aus, ein Opfer sein zu dürfen, stattdessen fordert man sobald eine Handvoll von Extremisten irgendwo in der Welt ein Unrecht begeht – was aber auch erst bewiesen werden muss, das aber wiederum nicht immer geschieht – dass der Muslim sich von jenen Taten öffentlich distanziere und sich am liebsten hinter einem Plakat verbärge mit der Aufschrift Not in my name. Die Amerikaner dagegen haben ihren Präsidenten gewählt, und dennoch wird nicht von ihnen verlangt, die blutigen Taten ihres Oberhaupts zu verurteilen oder sich im Kollektiv zu schämen.

Es ist ein Spiel mit dem Feuer, die Welt in Gut und Böse aufzuteilen und mit den Ängsten der Menschen zu spielen, weil das naturgemäß Konsequenzen nach sich ziehen muss, die oftmals dazu verleiten, die Verhältnismäßigkeiten aus dem Blick zu verlieren. Ein gutes Beispiel neben dem Krieg gegen den Terror des westlichen Bündnisses ist Eins, das der Welt scheinbar völlig entgangen und in Vergessenheit geraten ist. Um sich vor Angriffen der Palästinenser aus dem Gaza-Streifen zu schützen, haben die Israelis einfach eine riesige Mauer entlang der gesamten Grenze gebaut und somit das Volk zum Gefangenen im eigenen Land gemacht. Es reichte nicht, den Hausbesitzer in die Besenkammer zu verweisen, sondern man riegelt sie ab, damit der Dieb vor dem Enteigneten sicher ist. Und damit nicht genug: man bricht in die Kammer ein und schmeißt Bomben hinein, mit dem Vermerk, ihn vorher gewarnt zu haben, um sich in Sicherheit zu bringen. So einfach geht das und die Welt schweigt und findet keinen Grund dieses Verbrechen offiziell zu verurteilen. Stattdessen verunglimpft man auch den leisesten Kritiker damit, ein Antisemit und ein Feind Israels zu sein.

Derweil werden hierzulande imaginäre Mauern zwischen den Kulturen gebaut und es wächst die Sorge, dass diese nicht allein in den Köpfen bleiben. Europaweit bilden sich Parteien und Gruppen aus Bürgern aller Schichten, deren Hauptagenda in der Bekämpfung des Islam liegt, auch wenn die meisten von ihnen behaupten, es nur auf den Extremismus abgesehen zu haben.[iii] Die Angst vor dem Salafismus hat es sogar geschafft, rivalisierende Fußball-Hooligans, die sich noch vor kurzem regelmäßig gegenseitig die Köpfe einschlugen, im Kampf gegen die Salafisten zu vereinen.[iv] Und es ist stark anzuzweifeln, dass ein grölender Mob bevor er zuschlägt, sich die Mühe macht, sich nach der genauen Gesinnung des vermeintlichen bärtigen oder verschleierten Opfers zu erkundigen. Es reicht inzwischen als Muslim nur noch an den Falschen zu geraten, ohne etwas gesagt oder getan zu haben.

Die Stimmung in Deutschland, zumindest was die muslimische Minderheit anbeglangt, ist alles andere als entspannt, und mit jeder neuen Schreckensmeldung aus jeglicher Ecke der Welt, wird es nun mal nicht besser und die Lage scheint jederzeit eskalieren zu können. Dabei ist weit und breit keine richtige Lösung erkennbar, ausser dass man den Salafismus bzw. seine Anhänger aus der Gesellschaft verband. Sollte das jedoch zukünftig der Weg sein, wie man mit ungeliebten Minderheiten oder Ideologien vorgeht, dann wird es möglicherweise nicht an dieser Stelle aufhören. Gestern waren es Terroristen, heute Salafisten und morgen? Muslimisten? Kuranisten? Ein jeder, der die Prinzipien des Kuran der herrschenden Ethik der Gesellschaft vorzieht? Mal ehrlich, ist ein Mensch noch gesellschaftsfähig und akzeptiert, der Homosexualität als eine Sünde vor Gott bezeichnet? – gesagt in einem Land, in dem es kein Dorf gibt, in dem nicht eine Kirche steht. Ich denke, da hört nicht nur die Akzeptanz sondern sogar die Toleranz auf und übrigens ebenso die Meinungsfreiheit, die sonst ja gerne gepriesen und herangeholt wird, wenn Gefühle Anderer verletzt werden – aber eben nur bestimmter Anderer. Die Büchse der Pandora habe ich damit hoffentlich nicht geöffnet, aber letztlich wäre es verlogen und gelogen, im Regen und Gewitter stehend zu behaupten, über uns befände sich keine dunkle Wolke. Und dennoch: dem heftigsten Sturm folgt stets der Sonnenschein, wie lang auch immer das dauern und wo immer man auch sein mag.

[i] http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-08/moscheen-anschlaege-islamfeindlichkeit-ignoranz

[ii] http://www.tivi.de/tiviVideos/kanal/880746?view=flash

[iii] http://www.spiegel.de/politik/ausland/geert-wilders-staatsanwaltschaft-ermittelt-gegen-rechtspopulisten-a-996252.html

[iv] http://www.heute.de/hooligans-vereinen-sich-gegen-salafisten-35277792.html


Zeichen der Zeit – aus der Geschichte lernen

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Aus der Entfernung sieht man klarer – diese Lektion lernte ich am Anfang meiner Schulzeit, als ich nach Vorne gerufen wurde, um eine Rechenaufgabe zu lösen. Erst dann habe ich begriffen, warum meine Mitschüler an der Tafel Schwierigkeiten hatten, die einfachsten  Aufgaben zu berechnen, während ich das Resultat nach kurzem Blick aus der Ferne bereits auf der Zunge hatte. Die beste Erklärung, die ich damals für diese Blockade vorbringen konnte, war dir Nervosität, vor der Klasse, die im Kollektiv wahrlich barbarische Zügen annehmen konnte, zu versagen.

Im Nachhinein wurde mir klar, dass es nicht allein die Angst vor dem Versagen und der Schmach war, die einen den Wald vor lauter Bäumen nicht erkennen lässt, sondern vielmehr das Fehlen des Gesamtbilds: man verliert buchstäblich den Überblick. Satt das Ganze erkennt man nun lediglich Bruchstücke, die wieder zur einer Einheit zusammengefügt werden möchten, was gewisse Qualitäten vom Einzelnen abverlangt. Er muss die Fähigkeit besitzen, die einzelnen Teile gedanklich richtig einordnen und zu dem einen Ganzen zusammenfügen zu können, und dies vermag er nur, wenn er das Gesamtbild nicht allein kennt, sondern vor allem das Prinzip verstanden hat.

Um die Gegenwart zu verstehen, muss man die Vergangenheit verstehen – wie manch ein Historiker sagt. Es ist das gleiche Prinzip wie oben beschrieben. Die Gegenwart spielt sich vor unseren Augen ab, doch oft begreifen wir sie nicht und nehmen die Zeichen der Zeit nicht wahr. Erst wenn wir aus einem gewissen Abstand zurückblicken, verfliegt der Nebel vor unseren Augen und wir sehen klar. Für Konsequenzen jedoch ist es dann meistens zu spät und achselzuckend beruhigen wir unser Gewissen mit Floskeln: im nachhinein ist man immer schlauer, wir wussten es nicht oder wir wurden angelogen. Von den überlebenden Deutschen des Dritten Reiches wird jene Ausrede nicht akzeptiert, obwohl sie jeden Grund gehabt hätten, sich damit zu rechtfertigen, außer Hitlers Propaganda keinen Zugang zur neutralen Presse gehabt zu haben, die damals in der Tat nur ausser Landes zu finden war. Man hat jedoch von ihnen nicht erwartet, die Wahrheit in Rundfunk und Presse zu suchen, sondern lediglich die Augen zu öffnen und sich nicht abzuwenden, zumal aus unserer heutigen Sicht das Böse zu offensichtlich war, um es nicht erkannt haben zu können.  Heute verlässt kein Schüler die Lehranstalt, ohne vom Holocaust gehört zu haben. Gibt es einen anderen Grund Geschichte zu lehren und zu lernen als aus ihr die richtigen Schlüsse zu ziehen, um sie sowohl auf unsere Gegenwart als auch Zukunft anzuwenden, um die selben Fehler nicht zu wiederholen und richtig zu handeln?

Ein anderer Weg die Gegenwart richtig deuten zu können, ist sich einen Schritt von der Tafel zu entfernen, um besser sehen und somit verstehen zu können. Vielleicht das herausstechende Merkmal unserer heutigen Welt ist die Informationsflut, die auf die Gesellschaft und den Einzelnen buchstäblich niederprasselt.  Es gab auch mal eine Zeit, in der man aus dem Haus musste, um zu erfahren, was um einen herum geschieht. Heute kommen Neuigkeiten zu uns, an jeden Ort und zur jeder Zeit, ob man will oder nicht, es sei denn man kappt die Leine bzw. verlässt den Stand-by-Modus. Man wird regelrecht von dieser Flut an Informationen erdrückt und die Sicht wird nicht unbedingt besser. Es bedarf schon des Blickes über den Tellerrand, um die Wahrheit zu finden, doch dies erfordert neben der richtigen und unvoreingenommenen Positionierung Zeit und Mühe. Und wer glaubt, die Wahrheit bei Springer und Co. finden zu können, der kann sich die Mühe sparen und ruhig in seinem Sessel zurücklehnen. Er sollte aber Wissen, dass die Wahrheit aus dem Munde eines Lügners nie der Wahrheit willen heraustritt, sondern rein aus Interesse materieller Natur. Zeitungen wie Bild und Die Welt wurden nach dem 2. Weltkrieg von den Siegermächten gegründet, nur ein Schelm der Böses dabei denkt?

Wo also die Wahrheit suchen? Zu verstehen, wo man sie nicht suchen sollte, ist der erste und richtungsgebende Schritt auf dieser Reise. Und wer kann uns das sagen? Die Geschichte lehrt es und die Erfahrung soll uns daran hindern, in das selbe Loch zweimal hineinzufallen. Vor allem die Ereignisse des 11. September 2001 haben die Mainstream-Medien enttarnt, indem sie dem Wolf sein Schafspelz entrissen haben – für den, der es sehen wollte. Ohne die Gleichschaltung von Funk und Presse, wäre die Bereitschaft der Völker in neue Kriege zu ziehen nie gegeben. Es handelte sich um den vielleicht vermeintlich größten Terroranschlag unserer Geschichte, und wie verhielten sich die Medien? Recherche? Fehlanzeige. Hinterfragung? Fehlanzeige? Aufklärung? Fehlanzeige. Aufarbeitung nach den Lügen? Fehlanzeige. Verurteilung der Lügner und ihrer Schergen? Fehlanzeige. Im Hinblick auf die Größe dieses Ereignisses und insbesondere ihrer Folgenschwere, ist dieses Verhalten umso skandalöser. Um den schweizer Historiker Dr. Ganser bezüglich der auffälligen Zurückhaltung der Medien zu zitieren: Heutzutage wird jedes Tor in einem Fußballspiel ausgiebig kommentiert, akribisch analysiert und aus verschiedensten Perspektiven immer wieder gezeigt. Vergleichen sie das nun mit dem 11. September, dem größten Terroranschlag unserer jüngsten Geschichte. Dies war aber nicht der einzige Krieg, den die USA seit dem Ende des 2. Weltkrieges unter falschem Vorwand geführt hat, angefangen von Vietnam bis zum Irak oder sollen wir sagen Ukraine? Und nur die Geschichte hat uns gezeigt, dass jeder einzelne Konflikt auf Grund von falschen Tatsachen in Form von False Flag Operations begonnen wurden. Und wieder waren es nicht die Medien, die versucht haben, den Tod Unschuldiger zu verhindern, vielmehr haben sie grenz übergreifend stets den Weg für Amerikas Kriegsmaschinerie vasallengetreu geebnet.

Und wieder einmal befindet sich die Welt am Rande eines Krieges, der aber diesmal weitaus verheerender sein könnte als alles zuvor gesehene. Und wieder sind es die Medien, die den Mächtigen in die Bresche springen und polarisieren indem sie die Welt unter gut und böse neu aufteilen. Die fehlende Sympathie gegenüber bestimmten Ideologien, Religionen, Gruppierungen, Sekten oder gar Nationen sollte uns nicht davon abhalten, mit all unseren Mitteln und Möglichkeiten nach der Wahrheit zu suchen, um stets gerecht im Urteil zu bleiben, wobei die Verhältnismäßigkeit einer Tat immer auch eine tragende Rolle spielen muss. Es scheint jedoch, als würden wir doch wieder in das selbe Loch fallen, indem wir unser Urteilsvermögen gegen ein paar Videos, die uns immer wieder gezeigt werden, eingetauscht haben und das Infragestellen schlicht und ergreifend für einen großen Teil der Gesellschaft keine Rolle mehr spielt. Das Vorhandensein jener Beeinflussungsmechanismen, die rückblickend seit jeher ein beliebtes Mittel der Mächtigen war, ist nicht das, was mich persönlich erschauern lässt, sondern vielmehr unsere Apathie und Gleichgültigkeit gegenüber den wirklich wichtigen Dingen, die um uns herum geschehen und den Entscheidungen, die über unseren Köpfen hinweg beschlossen werden. Es scheint, als wären wir politisch abgestumpft. Es ist nicht lange her, als meine Generation in den neunziger Jahren gegen den ersten Golfkrieg auf die Strasse gegangen ist und gegen einen Krieg für Öl protestiert hat. Abgesehen davon, dass jene Demonstrationen die USA nicht davon abgehalten hat, den Irak anzugreifen, war doch ein großer Teil der Bevölkerung über die Vorgehensweise der Amerikaner bestürzt und der eine oder andere hatte zumindest eine Ahnung, worum es in diesem Konflikt wirklich ging. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Stimmen des Protests immer leiser und auch in ihrer Anzahl stetig weniger. Inzwischen wissen wir schon gar nicht mehr, wo der Westen überall einmarschiert ist und vor allen Dingen nicht wirklich warum. Erstaunlicherweise geschieht all das nicht im Verborgenen, sondern spielt sich vor unseren Augen ab und wir lassen es gewähren und geschehen. Und auf welcher Grundlage? Ein zwei Videos von Gräueltaten an Unschuldigen reichen inzwischen aus, um Kriegsmaschinerien unter der Zustimmung des Volkes in Gang zu setzen. Ob jene Bilder jedoch authentisch sind, spielt inzwischen nicht einmal sekundär eine Rolle. Und stellt sich Jahre später heraus, dass es Fakes waren, sagen die Verantwortlichen: Upps….Und was sagen wir: Verbrecher. Sitzen die Verbrecher hinter Gittern? Nein, die sitzen auf den selben Stühlen der Macht nur mit anderen Gesichtern. Macht uns das misstrauisch? Möge sich jeder selbst diese Frage beantworten.

Jetzt begreifen wir, was Freund und Feind im Kampf gegen Terror vor knapp 1000 Jahren vereint hat und ganz Europa in Wallung brachte. Es war vor allen Dingen ein Mann und eine Rede, die in die Herzen der Menschen die zuvor nicht dagewesen Bereitschaft entfesselte, die Waffen gegen einen bestimmten Feind zu richten. Papst Urban II. konnte nicht auf Youtube Filmchen zurückgreifen, sondern musste noch persönlich von den Barbaren im fernen Osten berichten, die die heiligen Stätten entweihten und Christen schlachteten. Was danach folgte, ist nun jedem bekannt mit dem Fazit, dass allein auf Grund von Lügen eines der größten Kriege in der Geschichte der Menschheit entfacht wurde. Und dies konnte nur geschehen, indem man das Volk glauben ließ, nicht gegen Menschen sondern Barbaren, Monster oder nennen wir es heute Terroristen zu kämpfen.

Auch heute blicken wir in den Osten und sehen den Feind, der keine Chance auf Anhörung verdient. Es gilt, das Übel zu bekämpfen und auszumerzen, denn wir töten nicht Menschen sondern Terroristen, die uns am liebsten essen würden, wenn sie nur Gelegenheit dazu hätten. Ich bin nicht naiv zu glauben, dass Unrecht nicht innerhalb jeder Religion, Ideologie, Klasse oder Rasse geschehen kann, nichtsdestotrotz muss die Wahrheit oberste Priorität sein und Gerechtigkeit die Oberhand über Interessen haben.  Mir ist auch bewusst, dass gerade in unserer Zeit der Einzelne ohne das mächtigste Werkzeug Medium an seiner Seite nicht viel ausrichten kann, jedes Individuum hat jedoch im mindesten Fall eine moralische Verantwortung seinem Gewissen gegenüber und seiner Welt um ihn herum.

Heute klassifizieren wir die Menschen des Dritten Reichs nicht nach ihrer Bildung und ihrem Wohlstand, den sie zu jener Zeit genossen, sondern auf Grund ihrer Taten und Einstellung gegenüber jenem mörderischem Regime. Auch wir werden eines Tages nach unserer Haltung und den Taten gefragt, so sollte sich niemand die Gelegenheit hier und jetzt entgehen lassen, sich an die richtige Seite zu stellen, bevor es wieder zu spät ist und die Frage in den Raum gestellt wird: Wie konnte das passieren?


13 Jahre Krieg für Demokratie

imagesDie USA und ihre Alliierten wollten den Krieg. Das hat inzwischen auch der letzte Zweifler anerkennen müssen, angesichts der Tatsache, dass alle Vorwände, die in der Zeit nach dem 11. September vorgebracht wurden, um die allgemeine Mobilmachung zu rechtfertigen entweder erlogen oder bis heute nicht belegt wurden, zumal sie die Chance hatten, ihren handgemachten Dämon der Welt zu zeigen. Stattdessen haben sie ihn hingerichtet, den vermeintlich größten Terroristen unserer Zeit freundlicherweise islamisch bestattet und auf nimmer Wiederfinden ins Meer versenkt – angeblich.

Der Bürger hat es geschluckt und ließ ihre Führer schalten und walten und überließ ihnen seine Söhne und sein Vermögen ohne zu murren für einen Krieg, den er selber nie wollte. Doch von allen Seiten wurde auf ihn eingeredet und immer wieder mit den gleichen schrecklichen  Bildern konditioniert, auf dass er ihn nun doch wolle. Und jede involvierte Regierung erklärte seinem Bürger im Besonderen noch einmal, warum er ihn zu wollen habe, wie am Beispiel des Deutschen, dessen Nation am Hindukusch verteidigt werde. Als der damalige Verteidigungsminister Peter Struck diesen berühmten Satz zu jener Zeit von sich gab, musste er sich vermutlich sehr zusammennehmen, um seinen Gesichtszügen einen seriösen Ausdruck zu verleihen. Bis jetzt ist dieses Zitat eine Lachgarantie und Schenkelklopfer jeden politischen Kabaretts. Das Tragische ist nur, dass die Menschen in Afghanistan und Irak das nicht lustig finden. Denn diese Idiotie hat ihr Leben gänzlich auf den Kopf gestellt, was der Deutsche als den notwendigen Preis für die eigene Freiheit anzusehen hat, da sie ja dort am Hindukusch verteidigt wird. Das bezweifeln jedoch inzwischen nicht nur die Denkenden unter uns.

Die Amerikaner handeln Hollywood gemäß immer etwas theatralischer als ihre Brüdernationen, denn sie schrieben sich auf ihre Fahne, die Bewahrer und Hüter der Demokratie und Menschenrechte zu sein mit der Vorgabe, jedem despotisch regiertem Land den Weg zur Demokratie freizubomben. Wenn sie es wenigstens ernst meinen würden, könnte man sie „lediglich“ wegen der falsch gewählten Mitteln tadeln, wenn überhaupt, da der Zweck ja bekanntlich das Mittel heiligt. Es hat sich jedoch im Laufe der immerhin schon 13 Jahre des Krieges gegen den Terror erwiesen, dass sich mehr als Nächstenliebe hinter den militärischen Umtrieben des Westens verbarg, was nicht allein den ehemaligen Bundespräsidenten Köhler seinerzeit sein Amt kostete, indem er vom Krieg für wirtschaftliche Interessen sprach, sondern auch einige andere, die unbewusst die Wahrheit herausplapperten oder sich für sie bewusst entschieden.

Dass es nicht um Demokratie geht, wissen wir nicht erst seit dem jüngsten Militärputsch in Ägypten, die eine demokratisch gewählte Regierung über Nacht entthronte, um sie dann sogar später offiziell als terroristische Gruppierung einzustufen und all ihre Anhänger legitim hinter Gittern zu bringen. Nicht nur dass die USA nichts gegen die Übernahme einer neuen Diktatur unternommen noch lautstark und vehement, wie sie es sonst tut, protestiert hat, sie unterstützen das Militär weiterhin mit immensen Geldern von über 100 Millionen Dollar im Jahr, die sie ihm übrigens auch zu Mubaraks Zeiten haben zukommen lassen.

Wenn dem Westen die Demokratisierung der islamischen Länder so am Herzen liegt, dann hätte er auch nicht unbeteiligt zugesehen, als zu Beginn der neunziger Jahre, mehr als 100.000 Menschen in Algerien einem Bürgerkrieg zum Opfer fielen, nach dem auch hier eine Regierung friedlich und demokratisch an die Macht kam, um sie dann wieder durch einen Staatsstreich zu beseitigen. Der Westen hat keine Anstalten gemacht der Demokratie willen in irgendeiner Form zu intervenieren noch haben sie die Welt angemessen darüber informiert, welches Unrecht dort wirklich geschieht. In diesen Jahren befand ich mich in der Oberstufe und auf der letzten Etappe zum Abitur und ich muss leider feststellen, dass ich über diesen Krieg in der Schule nie etwas gehört habe, der offensichtlich hochaktuell war. Das ist schon eine höchst bedenkliche Bildungsbilanz für angehende Akademiker und führende Mitglieder einer Gesellschaft.

Ein anderes Beispiel in der jüngeren Geschichte für das „demokratische“ Wohlwollen ist Palästina bzw. der Gazastreifen, in dem die Hamas 2006 mit überwältigender Mehrheit an die Regierung demokratisch gewählt wurde und bis heute regiert, um ihr dann später seitens führender Westmächte ihre Legitimation, Vertreter des Volkes zu sein, abzusprechen und juristisch zu entziehen, mit der Begründung eine terroristische Organisation zu sein und dem Vermerk, dass Volk hätte falsch entschieden. Mit anderen Worten, man hat dem palästinensischem Volk ihre Mündigkeit und die Fähigkeit zur Selbstbestimmung abgesprochen. Ein netter Versuch, aber offensichtlich immer noch nicht demokratisch genug.

Trotz allem bleibt Afghanistan das beste Beispiel für die Doppelmoral der USA und seiner Verbündeten und die Verfehlung ihrer zuvor gesetzten Ziele. Die Frau, die sie vom Joch des Schleiers befreien wollten, läuft immer noch verhüllt die Strassen Kabuls entlang und die Stimmen für ihre Befreiung sind am ersten Tag der Regierung Karzais verstummt. Laut UN-Angaben hat der Mohnanbau im Jahr 2013 einen Rekordstand erreicht, zumal seine Bekämpfung zu den Prioritäten des militärischen Einsatzes zählten. Verschwiegen wird aber neben diesen Zahlen stets, dass der Mohnanbau unter den Taliban konstant rückläufig und nie geringer war. Das primäre Ziel dem Terror ein Ende zu setzen, ist mit dem Angriff auf ein friedliches Land ebenfalls gänzlich gescheitert mit der Erkenntnis, dass eine Ideologie geographisch gesehen nicht begrenzt ist. Mit der Zerstörung eines islamischen Landes hat der Westen den Zorn der Muslime nur noch mehr befeuert und dazu beigetragen, dass Al-Qaida zur Ideologie wurde, was sie vorher nicht war und somit weltweit nur noch mehr Individuen für den Kampf gegen den Westen entfesselt hat, zumal das antiwestliche Gedankengut des Ostens im Allgemeinem durch den Krieg erst richtig genährt wurde. Was die Taliban betrifft, so wurden sie in keiner Weise geschwächt und sind so mächtig, dass die westlichen Alliierten zu Friedensverhandlungen bereit sind, die sie zuvor stets mit der Begründung, nicht mit Terroristen verhandeln zu können, abgelehnt wurden. Des weiteren ist festzustellen, dass Hamid Karzai nur ein Despot in der Reihen von Despoten ist, der nie demokratisch vom Volk gewählt wurde und scheinbar ein Regent auf Lebenszeit ist.

Ich frage mich nicht ob, sondern ich weiß, dass Demokratie das Letzte ist, was die Amerikaner für Afghanistan wollen, denn auch dort besteht die Gefahr, dass sich das Volk aus ihrer „Dummheit“ heraus für die Falschen entscheidet, zumal dort ein Militärputsch wie in Algerien oder Ägypten nicht zu erwarten wäre und sich jemand anders die Finger schmutzig machen müsste.

Er stellt sich nun zwangsläufig die Frage: wem hat das alles nun genützt, wenn nicht ein einziges Ziel erreicht wurde? Die Frage ist jedoch, was war das eigentliche Ziel, es sei denn man spricht der führenden Weltmacht unserer Zeit mit all ihren Möglichkeiten die Fähigkeit und Intelligenz ab, militärische und politische Entwicklungen zu beurteilen und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vorauszuschauen. Tatsache ist, dass es eine Welt vor und nach dem 11. September 2001 gab bzw. gibt, und die Rechte der Bürger im Allgemeinem werden auf Kosten der Sicherheit gegen terroristische Anschläge in der neuen Welt immer mehr eingeschränkt und die Privatsphäre des Einzelnen wird Schicht um Schicht abgetragen. Und wir haben einen Punkt erreicht, an dem wir nicht mal mehr in unseren Häusern vor Ausspähung sicher sind. Und wer glaubt, dass die jüngsten Enthüllungen über die NSA diese Lawine der absoluten Kontrolle aufhalten werde, wird leider enttäuscht werden, denn das Projekt gläserner Bürger war zur keiner Zeit wirklich gefährdet, trotz der Skandale, die aber letztlich für den Ahnenden nichts Neues oder Überraschendes hervorbrachten. Die Weiterentwicklung der Technologie wird nicht stoppen und diejenigen, die sie für ihre Zwecke nutzen, werden auch nicht über Nacht geläutert. Gutmenschen in der Politik sind schon lange nur die Ausnahme.

Die entscheidende Veränderung im neuen Zeitalter ist meiner Meinung nach jedoch, dass der Bürger der westlichen Welt, sich seine Demokratie und Selbstbestimmung hat aus der Hand nehmen lassen, falls er sie überhaupt je in der Realität besaß. Denn letztlich ist die Welt geworden, wie der Mensch sie nicht haben wollte und welche Möglichkeiten hatte er schon, das zu verhindern? Etwa indem er die Wahl zwischen zwei oder drei Übeln hatte, die am Ende des Tages auch nur das taten, was in ihrem eigenen Interesse lag und nicht in dem des Wählers? Wir können heute nur noch von unten zuschauen, was die da oben machen, wie sie unser Vertrauen missbrauchen und unsere Gelder verschwenden, die sie zuvor gnadenlos aus uns herausgepresst haben. Das einzige, was dem Bürger von der Demokratie noch geblieben ist, mag die Redefreiheit sein, die aber letztlich nur eine Narrenfreiheit ist, die für die da oben wie einst den Königen einzig und allein zur Unterhaltung und Belustigung diente, aber nie die Kraft hatte, den Thron ins wanken zu bringen. Aber den einfachen Bürger im Glauben lässt, allein durch Protest und Mitsprache seinen Willen auf die Elite übertragen zu können, was in kleinen unbedeutenden Angelegenheiten der Fall sein mag, aber bei den großen richtungsweisenden Entscheidungen, muss er leider draußen bleiben.

Es bleibt also festzuhalten, dass der Krieg gegen den Terror die Entrechtung und Entmündigung des Bürgers im Westen zur Folge hatte, der jedes neue Gesetz und jeden außenpolitischen Schritt rechtfertigte. Und nichts vermochte die Welt von einem Moment zum anderen so zu verändern, wie es die Bilder von den Flugzeugeinschlägen in New York taten. Derartige Szenen kannte man nur aus Hollywood.

Was die Menschen im sogenannten Osten anbelangt und im Besonderen die muslimische Bevölkerung, so kann man sagen, dass der Kampf gegen den Terror außer Chaos und Anarchie nichts hinterlassen hat. Wo es gestern hier und da Brandherde gab, ist der gesamte nahe Osten zu einem explodierendem Pulverfass geworden bei dem die Opfer auf Grund der Alltäglichkeit kaum noch die Rede wert sind und der vermeintliche Arabische Frühling in meinen Augen nur ein Vorbote inter- und innerreligiösen Auseinandersetzungen ist.

Das Märchen vom „Balance of Power“ wurde ebenfalls spätestens mit dem 11. September begraben und dem Menschen wird immer deutlicher, dass die Globalisierung nichts anderes ist, als die Zentralisierung der Macht, die wir jeden Tag aufs Neue in irgendeiner Weise zu spüren bekommen.


Erst Terrorist, dann Salafist, dann…

gitmodetainees-wikimediaEs ist erstaunlich, wie Politik und Medien es immer wieder schaffen, unsere Köpfe zu waschen. Noch erstaunlicher, dass wir es gar nicht mehr merken. Manchen scheint es sogar gleichgültig zu sein, dass sie vorsätzlich manipuliert werden und die Wahrheitsfindung ist schon lange keine moralische und ethische Notwendigkeit mehr weder für das Kollektiv noch für das Individuum.

Als sogenannter informierter Bürger dieses Landes, weiss ich, dass 99% der Bövelkerung vor weniger als 10 Jahren mit dem Begriff Salafismus nichts anfangen konnte. Sogar für mich als Muslim war das Wort lange Zeit nicht wirklich geläufig. Plötzlich jedoch ist das Wort nicht nur in aller Munde und auf jedem Stammtisch, sondern sogar eine bzw. die Bedrohung für die demokratische Gesellschaft.

Seit dem 11. September haben wir viele Ismuse kennengelernt: da gibt es den Islamismus, den Fundamentalismus, den Terrorismus, und nun haben wir das Geschwür Salafismus mit allen seinen Besonderheiten. Doch die eigentliche Gefahr für eine demokratische Gesellschaft ist der Automatismus. Da sich die eine Seite herausnehmen darf, arabische Begriffe eigens zu definieren, nehme auch ich mir ganz einfach das Recht mir meine eigenen Definitionen zurechtzulegen. Der Automatismus ist die geistige Unfähigkeit des Menschen Dinge zu hinterfragen und die völlige Hingabe an Obrigkeiten in Form der blinden Gefolgschaft und Gehorsams. Wenn die Anzahl der Individuen, die nicht von dieser Krankheit des Geistes betroffen sind, sich stetig verringert und ins Unbedeutende verliert, dann ist eine Gesellschaft wahrlich in Gefahr.

Inzwischen kenne ich auf Grund meiner bescheidenen arabischen und theologischen Kenntnisse die genaue Bedeutung des Begriffes Salaf, jedoch werde ich ihn hier nicht näher erläutern, da sich der kritische Bürger teilweise bereits damit auseinandergestzt hat, das Kollektiv jedoch eh nicht wirklich an der Wahrheitsfindung interessiert ist. Ich möchte in diesem Artikel weniger erklären, sondern dem Schlafenden an die Stirn klopfen.

Manchmal kommt es mir vor, als würde die Welt unter einer Massenhypnose stehen. Denn anders kann ich mir die Apathie und die Ignoranz der Massen einfach nicht mehr erklären. Und der 11. September 2001 ist in jeder Hinsicht ein Wendepunkt in der Geschichte. Der Krieg wurde wieder für die westliche so zivilisierte Welt ein angemessenes und notwendiges Mittel (selbst für radikale Pazifisten wie Anhänger der Grünen), zigtausende tote Zivilisten wurden zu Collateralschäden herabgestuft, Folter und Haft ohne Beweise und Anklage sind nicht mehr die Ausnahme, Gesetze werden ohne Zustimmung der Bevölkerung verabschiedet, Medien wurden zu Kriegstreibern und die Lügen der Verantwortlichen blieben ohne Konsequenzen.

Wo ist die Empörung? Der Aufschrei gegen diese unfassbaren Zustände? Sie hat sich scheinbar bei dem Salafisten entladen. Unter der Führung der Politik und den Medien sind wir wild entschlossen jedem Salafisten die Zähne zu zeigen, ihn zu verbannen und am besten auszumerzen. Wir sind die Kämpfer für die Gerechtigkeit und die Erhaltung unseres Friedens.

Man muss sich schon kneifen, um sicher zu gehen, nicht zu träumen. Was ist hier eigentlich los? Das ist oft das einzige, was ich noch sagen kann. Ich meine, der letzte Mensch auf dieser Welt hat mitbekommen, dass der Krieg im Irak auf Grund konstruierter und vorsätzlicher Lügen begonnen wurde. Wer waren die Lügner? Präsidenten und Minister. Was ist mit ihnen passiert? Nichts. Wurden sie verurteilt? Nein. Wurden sie entlassen? Nein. Wurden sie mit faulen Eiern beworfen? Nein. Doch. Ein Mann auf Seiten der Opfer hat Bush mit einem Schuh beworfen. Dafür sollte er auf Befehl des vermeintlichen Opfers mindestens 10 Jahre sitzen. Das kann einfach nicht wahr sein oder? Doch ein Traum.

Der 11. September ist bis heute ohne Beweis und ein Mysterium geblieben. Und als man den angeblich Schuldigen in Person von Usama bin Laden der Welt als Monster hätte vorführen und ihn in kollektiver Befriedigung bestrafen können, wurde der Unbewaffnete liquidiert und in größter Eile islamisch im Meer bestattet. Kann es wirklich sein, dass die Menschen diesen Unsinn glauben? Kein einziges Foto von dem größten Terroristen und Feindes des Jahrhunderts? Und diesem Monster wird von den Amerikanern eine islamische Seebestattung erteilt? Als relativ kundiger Muslim, weiss ich, dass üblicherweise der Leichnam eines Muslim ausser in Ausnahmefällen unter die Erde muss. Aber von dort könnte man ihn ja wieder ausgraben.

Es gibt seit dem 1. Tag der vermeintlich terroristischen Angriffe zu viele Unstimmigkeiten, als dass man sie einfach ignorieren könnte. Und selbst wenn man all diese Fakten als Verschwörungshumbuk abklären würde, reichten die offenbarten Lügen von Bush, Blair und Co. aus, vieles in Frage zu stellen.

Man hat sein Gewissen und seinen Verstand in die Hände der Obrigkeit gelegt. Sie denken für uns und sie geben vor, wann sich unser Gewissen gegen uns selbst erhebt. In dieser schnellen Welt der Schlagzeilenmentalität und Sensationsnachrichten ist das Hinterfragen ein Luxus und eine Frage der Zeit geworden. Nicht mehr die, der persönlichen Verantwortung und moralischen Pflicht. Bemerkenswert und zugleich beängstigend ist die Tatsache, dass offensichtliche Wahrheiten bzw. Lügen gar nicht mehr von der Gesellschaft zur Kenntnis genommen werden, im Sinne, dass Konsequenzen ausbleiben. Waren zigtausende Tote in Afghanistan und im Irak nicht genug, das Gewissen der werstlichen Welt zu erschüttern und ihre Führer im mindesten Falle in Frage zu stellen? Geschweige denn zu stürzen? Wo blieb das kollektive Entsetzen über Folter und die Käfighaltung von Guantanamo, zumal 100% der Gefangenen dort ohne ofizielle Anklage bereits seit 12 Jahren festgehalten werden. Dies können wir nur dulden, weil wir dem Westen glauben, dass dies dort Terroristen sind, und Terroristen keine Menschen sondern Monster sind. Natürlich sind es keine Väter, deren Kinder nachts nach ihrem Papi rufen. Auch keine Ehemänner, deren Frauen unendliches Leid ertragen. Auch haben sie keine Eltern, die ihre Kinder geistig begraben mussten. Nein, nur Menschen verdienen Menschlichkeit, und uns wurde gesagt, dass diese Wesen Terroristen sind.

Nein, was die Welt zur Zeit wirklich bewegt und erzürnt, sind Salafisten, die Bücher verteilen und überall Anschläge beinahe verübt hätten. Weil die meisten Terroristen in Sicherheit sind, braucht man nun einen neuen Feind und Sündenbock, und auch eine Ablenkung für die eigentlichen Probleme dieser Welt.

Ich persönlich bleibe dabei mich als Muslim zu bezeichnen und hatte jeher Schwierigkeiten mir zusätzliche Namen anzuhängen, obwohl mein Art des Islam auszuleben eher der salafistischen Richtung zuzuordnen wäre. Denn der salafistische Islam im Groben bedeutet nichts anderes, als den Islam auf Grundlage klassischer und authentischer Quellen zu interpretieren und auszuüben. Heutzutage ist der lange Bart ein Merkmal des Salafisten geworden, was absolut falsch und zugleich fatal ist. Es ist ein Merkmal des Muslims und somit wird ein Träger des desselbigen auf der Strasse nicht mehr als Muslim identifiziert sondern als Salafist und somit als ein Feind der Gesellschaft. Was wird nun von mir erwartet: dass ich mich verberge, indem ich meinen Bart kürzer schneide oder rasiere? Oder durch die Welt gehe und überall und jedem mich für mein Äußeres entschuldige mit dem Versprechen kein Salafist zu sein? Ich werde nichts davon tun, weil es falsch wäre. Nicht ich muss mich ändern, sondern diejenigen die das Öl ins Feuer gegossen haben, indem sie einen Teil der islamischen Welt dämonisiert haben. Ich bezweifele jedoch, dass sie es jemals tun werden, selbst dann nicht, wenn die erste Moschee brennt, was in Deutschland ohne größeren Schlagzeilen schon öfter geschehen ist. Auch hier: Empörung? Fehlanzeige

So wie man zuvor im Zuge der Terrorbekämpfung, auch jeden Freiheitskämpfer, Aufständischen, Rebellen, und oft auch nur den Kritischen als Terroristen nach neuer Definition erkannt und gebrandmarkt hat, so ist auch heute jeder Muslim mit Bart, langem Gewand und Schleier ein Salafist und Gefahr für die Gesellschaft. Diese Propaganda und Gehirnwäsche geht sogar soweit, dass Kindern in Schulen und Kindernachrichten[1] im Fernsehen der Unterschied zwischen einem Salafisten und dem normalen Muslim erklärt wird. Und den Kindern wird tatsächlich vermittelt, dass sie selber schon Salafisten an äußeren Mermalen erkennnen (und hassen) können. Mit anderen Worten: dieser spezielle Muslim ist kein Teil der Gesellschaft.

Die Muslime im Westen sollten nicht den Fehler machen, sich auf diesen Spaltungsversuch zwischen gutem und schlechtem Moslem bzw. moderatem und konservativem Islam einzulassen, um sich selber vor Anschuldigungen zu bewahren und anderern klarzumachen, dass man immer noch ein Teil dieser Gesellschaft ist. In meinen Augen hat man diesen Fehler bereits bei dem ersten ismus gemacht, indem man die falsche und ungerechte Definition des Terrorismus einfach übernommen und teilweise die Muslime in den eigenen Reihen nach diesen Vorgaben bewertet hat. Dadurch hat man die Aussonderung, Festnahmen und Verurteilungen vieler unschuldiger Muslime tragischerweise in Kauf genommen und teilweise sogar begrüßt. Der Terror nach gängiger Definition ist die Tötung Unschuldiger. Und man sollte sich nicht einreden lassen, dass das ein Problem und ein Merkmal des Islam wäre und die Tatsache erkennen, dass die Welt heute nur unter dem Staatsterror leidet und stirbt. Man sollte nicht seine Religion gegen die Akzeptanz in der Gesellschaft eintauschen, indem man Zugeständnisse macht, die man eigentlich nicht machen will. Oder etwas von der eigenen Religion verleugnet, um letztlich nur geduldet zu werden. Und wer weiß, vielleicht gibt es eines Tages wieder einen neuen ismus, den man gefordert ist zu verurteilen und zu verleugnen, und dabei noch ein Stück seiner Identität preis geben muss.

[1] http://www.tivi.de/fernsehen/logo/artikel/38623/index2.html