Monatsarchiv: Juli 2015

Glaube oder Homophobie?

image_previewDer vermeintlich aufgeklärte Mensch macht den Fehler zu glauben, dass es mit dem Fortschritt der Zeit und Wissenschaft keinen moralischen Rückschritt geben kann. Das heißt, alles was heute allgemein akzeptiert und gesellschaftsfähig ist, kann einfach nicht fehlerhaft sein, da die Zeit den Menschen automatisch in seiner moralischen und physischen Entwicklung nach vorne treibt. Es ist schlicht und ergreifend nicht vorstellbar und, wie sie sagen, ein Schritt zurück in die Steinzeit, moralische Grundsätze aus dem letzten Jahrhundert in unser gesellschaftliches Leben zu implementieren. Nein, wir haben die moralischen Höhen erklommen und diejenigen vor uns, befanden sich in den Abgründen der Unwissenheit und Intoleranz. Sie hatten das Wesen des Menschen noch nicht erkannt, um moralische Maßstäbe setzen zu können, doch erst wir heute haben es verstanden, was sich schließlich in unserer so gesunden Gesellschaft widerspiegelt.

Es gab mal eine Zeit, in der sich der Gottgläubige nicht für alles und jedes rechtfertigen musste und falls doch, dann hatte er manchmal sogar die Möglichkeit auf die deutsche Verfassung zurückgreifen zu können, um seine Position zu stärken. Zum Beispiel gab es einst bis zum Jahre 1994 (wohlgemerkt) in Deutschland ein Gesetz, den Paragraphen 175, der gleichgeschlechtliche Beziehungen zwischen Männern unter Strafe stellte. Und als im Jahre 1980 der damalig amtierende Bundeskanzler Helmut Schmidt, der sicherlich zu einer der herausragenden Persönlichkeiten deutscher Nachkriegsgeschichte zählt, sich der Frage der Abschaffung dieses Paragraphen gegenübergestellt sah, erwiderte er bloß, er sei doch nicht der „Kanzler der Schwulen“ und man müsse doch dafür einen anderen suchen, den man später in Kohl gefunden hat. Heute gelten seine Worte als diskriminierend und eines aufgeklärten Menschen nicht würdig, damals jedoch war er Kanzler, das Oberhaupt einer führenden Industrienation. Hatte er etwa keine Moral und war menschenverachtend? Wollte er die Menschheit zurück ins Mittelalter führen? Nein, seine Moral war angeblich noch nicht ausgereift, doch zum Kanzler hat es offensichtlich noch gereicht. Er hat es einfach noch nicht begriffen, wie viele Politiker auch vor ihm es nicht taten, wie ein Adenauer, Erhard, Scheel, Heinemann oder auch ein Brandt. Sie alle litten unter falschen Moralvorstellungen, wie es die Muslime oder gläubige Christen heute tun.

Nur einige wenige Jahre später im Oktober 2004, wird ein italienischer Minister namens Rocco Buttiglioni, der ins EU-Kabinett einberufen wurde, wegen folgender Aussage im Europaparlament, von den Delegierten, was übrigens zum ersten Mal in der Geschichte der EU geschah, unter vehementen Anschuldigungen abgelehnt und abgewählt. Er sagte: „ Wenn wir Politik machen, verzichten wir nicht auf das Recht moralischer Überzeugungen, und ich mag denken, dass Homosexualität eine Sünde ist, und das hat keinerlei Auswirkung auf die Politik, außer ich würde sagen, dass Homosexualität ein Verbrechen ist. Auf die gleiche Art sind Sie frei zu denken, dass ich in den meisten Bereichen des Lebens ein Sünder bin, und das hat keine Auswirkung auf unsere Beziehungen als Bürger… Wir können eine Gemeinschaft der Bürger aufbauen, selbst wenn wir in manchen moralischen Fragen unterschiedlicher Meinung sind. Der Staat hat kein Recht, seine Nase in diese Dinge zu stecken und niemand darf auf der Basis seiner sexuellen Orientierung oder irgendeiner geschlechtlichen Orientierung diskriminiert werden. Das steht in der Charta der Grundrechte, das steht in der Verfassung und ich habe mich dazu bekannt, diese Verfassung zu verteidigen. „

Was ist mit dem christlichen Abendland geschehen, wenn ein Mensch auf Grund seiner christlichen Auffassung verurteilt und diskriminiert wird und ihm die Fähigkeit abgesprochen wird, eine Führungsposition besetzen zu können? Damit haben sie nichts anderes getan als Gottes Wort und Urteil abgelehnt und ihre eigene Bibel der Lüge bezichtigt. Sie glauben nicht an einen Gott, der die Städte Sodom und Gomorra ihrer Sünde wegen, von der Buttiglioni gesprochen hatte, bestrafte. Sie haben am Ende nicht ihn verurteilt, sondern ihren eigenen Schöpfer, Der ihnen eingibt, was richtig und was falsch ist. Und nicht nur, dass sie Gott verurteilen, an den sie nicht glauben, sondern sie verraten ihre demokratischen Werte an die sie glauben, indem sie einen Menschen wegen seinem Glauben wiederum verurteilen. Scheinbar hat die Religion keinen Platz mehr in der Demokratie, nicht einmal in den Köpfen der Demokraten. Eine Gesellschaft, in der die Verurteilung einer Sünde Konsequenzen nach sicht ziehen kann, dagegen der offene Unglaube und sogar Gott lächerlich zu machen oder zu beschimpfen plötzlich unter freie Meinungsäußerung fällt, muss sich die Frage gefallen lassen, ob sie sich noch als gläubig oder gar christlich bezeichnen kann. Ein weiteres Beispiel ist der folgende Bericht, der weder Proteste noch den geringsten Ansatz der Kritik in Richtung des Autors oder des Verlags nach sich zog:

„Man könnte gläubig werden, wenn man den Verlauf des Nahost-Konflikts als Beweis für das Schalten und Walten einer höheren Gewalt nimmt. Immer, wenn es langsam voran geht, passiert etwas, das die Geschichte wieder umdreht – so auch mit Ariel Scharon. Wenn es IHN gibt, dann muss ER ein Zyniker sein.

Ein gemeiner, schadenfroher Strippenzieher, der es genießt, aus sicherer Entfernung die Puppen tanzen zu lassen. Erst erklärt er die Juden zu seinem auserwählten Volk und verspricht ihnen das Gelobte Land, dann lässt er sie 40 Jahre durch die Wüste wandern. Er rührt keinen Finger, als sie aus Palästina vertrieben werden, und schaut fast 2000 Jahre gelassen zu, wie ,sein‘ Volk bei Kreuzzügen, Pogromen und Massakern dezimiert wird. Erst nachdem die ,Endlösung beinah geglückt ist, gibt er den Juden wieder eine Chance und führt sie in ihre historische Heimat zurück. Doch dann überlegt er es sich wieder anders. Wer rastet, der rostet. Er hält sein Volk mit fünf großen und zahllosen kleinen Kriegen in ständiger Bewegung. So wird es ihm nicht langweilig, und auch die Welt kann an einem beispiellosen Spektakel teilnehmen, Partei ergreifen für die eine oder andere Seite, Konferenzen abhalten, Pläne entwerfen und Resolutionen verabschieden… Während die Hamas jubelt, nannte der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Kurei Ariel Scharon einen ,Macher‘ und wünschte ihm eine schnelle Genesung, damit er seine Politik fortsetzen kann. Klar ist derzeit nur eines. ER hat sich wieder gemeldet. ICH bin auch noch da! Gegen MEINEN Willen läuft nix!

Schon gut, lieber Gott. Wir haben begriffen. DEIN Wille geschehe. Nur: Könntest DU nicht endlich ein anderes Volk erwählen? Wie wäre es, der Gerechtigkeit halber, mit den Palästinensern? ” [1]

Wenn man nicht wüsste, dass der Autor Gott beschreibt, könnte man annehmen, dass er in seinem Artikel über einen machtbesessenen Wahnsinnigen redet, der einem kleinen, launischen Kind ähnelt und auch so behandelt werden muss. Schande über ihn und eine noch größere über Menschen, die behaupten gläubig zu sein, aber eine derartige Frechheit auf taube Ohren stößt.

Homosexualität ist eine offenbare Sünde, und nicht weil wir das sagen, sondern weil Allah, Der Schöpfer der Himmel und Erde und was dazwischen ist, es so bestimmt hat. Und wir hören und gehorchen, und es steht uns nicht zu, Gottes Worte zu ändern. Jeder also, der mit uns darüber streitet, soll sich bei seinem Schöpfer beschweren und Ihm seine Einwände und Anschuldigungen vorbringen. Nichtsdestotrotz scheuen wir keine Diskussion und sind bereit, dem Fragenden eine mögliche Erklärung zu geben.

Das stärkste Argument seitens der Homosexuellen und ihren Befürwortern liegt in der Behauptung, dass diese Menschen ihren natürlichen Veranlagungen, nämlich sich zum gleichen Geschlecht hingezogen zu fühlen, folgen und sich eben nicht gegen ihre Natur, die Gott ihnen angeblich in die Wiege gelegt hat, wehren können. Ferner wird diesbezüglich oft darauf hingewiesen, dass selbst in der Tierwelt Erscheinungen homosexueller Handlungen beobachtet wurden, und damit das Argument, die gleichgeschlechtliche Beziehung sei gegen die Natur, widerlegt wird.

Indem der Mensch beginnt sich mit einem Tier zu vergleichen läuft er Gefahr, seine Würde zu verlieren und die Zivilisation, auf die er doch so stolz ist, auf eine tierische zu reduzieren. Wenn man anfängt Berechtigungen für jede seiner Handlungen in der Tierwelt zu suchen, stünden wir zweifelsohne vor großen gesellschaftlichen Problemen, denn die Natur des Menschen ist nicht vereinbar mit der Natur des Tieres. Wäre es so, hätten wir eine Gesellschaft, in der die Macht des Stärkeren regiert und nicht die der Vernunft, in der man in aller Öffentlichkeit seine Triebe befriedigen kann und die Moral nicht mehr der Hüter menschlicher Würde wäre, sondern allein der Trieb das Leben der Menschen bestimmen würde, es sei denn, es ist was anderes als der Trieb, das das Tier in seinen Handlungen lenkt. Weder töten wir unsere Kinder, noch schlagen wir uns wegen niederen Gründen gegenseitig die Köpfe ein, noch Leben wir in unserem eigenen Dreck, wenn wir den Anspruch erheben, Menschen zu sein.

Es mag sein, dass es Menschen gibt, die sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen, was ich erst gar nicht versuchen möchte zu widerlegen. Genauso gibt es Individuen, die zur Pädophilie neigen, oder den Drang in sich verspüren, sich vor fremden Menschen ausziehen zu müssen. Auch sie entschuldigen ihre Tat mit inneren Trieben, derer sie nicht Herr werden. Bedeutet das nun, dass man ihre natürliche Veranlagung akzeptieren muss und sie gewähren lassen soll, selbst wenn es der Gesellschaft schaden könnte? Es gibt kein menschliches Wesen, das nicht zur Sünde oder Schlechtem neigt, doch es ist gefordert sich diesen Dingen zu enthalten und seine Triebe zu kontrollieren, um überhaupt ein friedliches und gesundes Zusammenleben zu gewährleisten.

Auch hört man oft das Argument, dass Schwule friedliebende Menschen sind, und man bitte doch beweisen möchte, in wiefern sie einer Gesellschaft schaden. Es kann durchaus sein, dass der eine oder andere die gravierenden Folgen der Homosexualität, abgesehen der Verbreitung von Aids, heute noch nicht erkannt hat, zumal sie erst seit einiger Zeit allgemein und offiziell akzeptiert ist. Und aus diesem Grunde möchte ich mich nicht allzu sehr in Spekulationen verfangen, wie unser zukünftiges Gesellschaftsbild aussehen könnte, in der vielleicht Hochzeiten zwischen gleichgeschlechtlichen Personen und Familiengründungen mittels Adoptionen schon bald Gang und Gäbe werden, wobei man in diesem Fall einem Kind sein Recht auf Vater und Mutter verwehrt. Oder unser Bundespräsident durch die Länder reist und mit dem Ehegatten an seiner Seite über den roten Teppich schreitet, denn die Antwort der Schwulen und ihrer Befürworter auf diese Prognosen wäre ein schlichtes Ja und? und die stete Aufforderung dieses mittelalterliche Gedankengut doch endlich aufzugeben, was eine Schande für die vermeintlich freie und zivilisierte Welt sei.

Man sollte nicht meinen, dass die Sünde immer an einer unmittelbaren Konsequenz festzumachen sei, wie ein Diebstahl oder Mord, der dem einzelnen aber auch der Gesellschaft zweifelsohne und offensichtlich schadet. In der Anbetung einer Statue ist zunächst ein unmittelbares Übel sowohl für das Individuum als auch für eine Gemeinschaft nicht erkennbar. Der Mensch hat vergessen oder noch nicht erkannt, dass er nicht nur in einem Verhältnis zu seinen Artgenossen steht, sondern vor allen Dinge in einer realen Beziehung zu seinem Schöpfer, die bei weitem schwerer wiegt als die erstere. Lautet denn nicht das erste Gebot Du sollst keine Götter haben neben Gott, um dann erst von den Verboten von Mord, Ehebruch und Lüge gefolgt zu werden? Gott ist das Fundament und der Grund unserer Existenz, denn Er hat uns und das Universum geschaffen und Seinen Geschöpfen das Wissen von Richtig und Falsch in die Wiege gelegt und durch seine Bücher und Gesandten bestätigen lassen, und Er ist auch derjenige, Der unsere Taten am Ende beurteilt. Und jeder, der diese Tatsache leugnet, muss es ertragen, als Ungläubiger bezeichnet zu werden.

Oh ihr, die ihr euch Christen und Juden nennt, liest eure Bücher, das Fundament eurer Kultur und Zivilisation und erst recht eures Glaubens, denn ihr habt keine Kenntnis mehr davon und die Säulen eurer Gesellschaft drohen einzustürzen. Beschuldigt uns nicht der Intoleranz und Härte. War es nicht unser und euer Gott, der eine Stadt, deren Bewohner eine Sünde begingen, die kein Volk bis dahin begangen hat, dem Erdboden gleich gemacht hat. Liest das alte Testament:

Sie hatten sich noch nicht zur Ruhe begeben, als schon die Männer der Stadt, jung und alt, das ganze Volk bis auf den letzten Mann, das Haus umringten. Sie riefen Lot und sagten zu ihm: „Wo sind die Männer, die heute Abend zu dir gekommen sind? Bringt sie zu uns heraus, damit wir sie erkennen (d. h. sexuellen Verkehr mit ihnen haben)!“ Da ging Lot zu ihnen hinaus vor den Eingang, während er die Tür hinter sich schloss und sprach: „Meine Brüder, begeht doch nicht einen solchen Frevel! Da habe ich noch zwei Töchter, die noch keinen Mann erkannt haben. Diese will ich zu euch herausbringen, und tut mit ihnen was euch beliebt. Diesen Männern aber dürft ihr nichts tun; denn sie haben sich unter den Schatten meines Daches begeben.“ Sie aber schrieen: „Fort mit dir! Ist da einer als Fremdling hierher gekommen und will schon den Richter spielen! Dir wollen wir noch Schlimmeres antun als jenen. “ Und sie drangen ungestüm auf den Mann, auf Lot ein, und waren schon nahe daran, die Tür aufzubrechen. Da streckten die Männer ihre Hand aus und zogen Lot zu sich in das Haus und schlossen die Tür ab. Die Leute vor der Haustür aber schlugen sie mit Blindheit, klein und groß, dass sie sich vergeblich bemühten, den Eingang zu finden. Hierauf sprachen die Männer zu Lot: „Hast du noch jemand hier, Söhne und Töchter, und wer sonst noch in der Stadt zu dir gehört, so führe sie aus dem Ort hinweg. Denn wir werden diesen Ort zerstören, weil die Klage wider sie vor Jahwe groß geworden ist (vgl. Kap. 18, Vers 20: Die Klage über Sodom und Gomorra hat sich gehäuft, und ihre Sünde, sie ist sehr schwer.) und Jahwe uns entsandt hat, sie zu verderben.“[2]

Und den Talmud: Du darfst mit einem Manne keinen geschlechtlichen Umgang haben wie mit einer Frau; es wäre ein Gräuel. [3]

Wenn ein Mann sich mit einem anderen Mann wie mit einer Frau vergeht, haben beide Schändliches begangen. Sie sollen mit dem Tode bestraft werden; es lastet Blutschuld auf ihnen.[4]

Und steht im neuen Testament nicht folgendes: Gottes Zorn enthüllt sich vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die Wahrheit in Ungerechtigkeit niederhalten. Ist doch, was sich von Gott erkennen lässt, in ihnen offenbar; Gott selbst hat es ihnen kundgetan. Denn sein unsichtbares Wesen, seine ewige Macht und Göttlichkeit sind seit der Erschaffung der Welt an seinen Werken durch die Vernunft zu erkennen. Sie sind darum nicht zu entschuldigen, weil sie trotz ihrer Erkenntnis Gottes ihn nicht als Gott verherrlichten und ihm nicht dankten, sondern sie verfielen in ihren Gedanken auf Nichtigkeiten, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. Sie rühmten sich, weise zu sein, und sind zu Toren geworden. Sie vertauschten die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes mit dem Abbild der Gestalt von vergänglichen Menschen, von Vögeln, Vierfüßlern und Gewürm. Darum überließ sie Gott der Unreinheit, nach der ihr Herz gelüstete, so dass sie gegenseitig ihre Leiber schändeten, sie welche die Wahrheit Gottes gegen die Lüste eingetauscht hatten und nun dem Geschöpf Verehrung und Anbetung erwiesen anstatt dem Schöpfer, der hochgelobt ist in Ewigkeit. Amen! Deshalb überließ sie Gott den schimpflichsten Leidenschaften. Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Geschlechtsverkehr mit dem widernatürlichen. Ebenso gaben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in ihrer Begierde gegeneinander: Männer trieben mit Männern Unzucht und empfingen so den gebührenden Lohn für ihre Verirrung. Weil sie es verwarfen, Gott in der Erkenntnis festzuhalten, überließ sie Gott einer verworfenen Gesinnung, so dass sie taten, was sich nicht geziemt, und nun angefüllt sind von jedweder Ungerechtigkeit, Bosheit, Habgier, Schlechtigkeit, voll von Neid, Mordlust, Streitsucht, Hinterlist, Niederträchtigkeit. Sie sind Ohrenbläser, Verleumder, Gotteshasser, Frevler, Stolze, Prahler, erfinderisch im Bösen, unbotmäßig gegen die Eltern, unverständig, treulos, lieblos, erbarmungslos.[5]

Wenn wir der Diskriminierung bezichtigt werden, dann ist Gott der erste, der diskriminiert und sogar bestraft, es sei denn der Herr hat auch die Aufklärung hinter sich und begreift langsam das wahre Wesen des Menschen – Gott bewahre uns vor solch niederen Gedanken. So absurd es auch klingen mag, aber das könnte einer der Gründe sein, warum die Gesellschaft heute die Homosexualität nicht mehr verurteilt. Andere dafür wären, dass sie entweder die Wahrhaftigkeit ihrer Bücher, die deutlich diesen Akt verurteilen, anzweifeln oder gar ihren Glauben leugnen, andernfalls müssten sie diese Tatsache akzeptieren. Und scheinbar reicht es einfach, nur zu behaupten, man sei intolerant gegenüber dieser Minderheit, und man würde mit einem Verbot ihre persönlichen Freiheiten einschränken. Würde das nicht im Umkehrschluss bedeuten, dass jegliche Minderheit ein Recht auf Toleranz und Bestand hätte, selbst wenn es sich dabei um die Gruppe der Kokskonsumenten handelt? Und geht die Entfaltung der persönlichen Freiheit so weit, dass ich in meinem Heim machen kann, was ich möchte, selbst wenn ich Inzest betreibe? Nein natürlich nicht, ein Verhältnis mit seiner eigenen Tochter zu haben ist nicht nur verboten, sondern sogar pervers. Dies kann man ohne beschuldigt zu werden frei heraussagen. Aber wie lange noch? Vielleicht kommt eines Tages jemand und versucht diese Neigung wissenschaftlich zu erklären und findet sogar in der Tierwelt Unterstützung für seine These. Und übertrieben ist dieses Beispiel wahrlich nicht, denn vor zwanzig Jahren, hätte ich mich auf den Marktplatz stellen und frei herausschreien können, dass Homosexualität eine Krankheit sei, doch heute würde man mich dafür vors Gericht bringen. Behaupte ich heute jedoch im Geheimen oder Offenen, ich würde zum Inzest neigen und jedes Verbot schränke meine persönliche Freiheit ein und unterdrücke meine gottgegebene Natur, wäre ich ein Fall für den Richter oder Psychiater. Aber wer weiß, in zwanzig Jahren sieht die Realität vielleicht etwas anders aus und erste Forderungen liebender Väter nach mehr Toleranz kommen langsam ans Tageslicht. Und ist es erst einmal so weit, gibt es in unserer Gesellschaft kein Halten mehr, andernfalls wäre es ein Rückschritt ins Mittelalter, wie man so schön und immer wieder gerne sagt, vor allen Dingen dann, wenn der Geist einer gesunden Argumentation nicht mehr folgen mag.

Wir Muslime glauben an unseren Schöpfer, zweifeln keine Seiner erhabenen Eigenschaften an, folgen ohne Einschränkungen und Bedingungen seinen Geboten und Verboten. Das Erschaffene kann niemals klüger sein als sein Schöpfer. Wir lesen Sein Buch und leben Sein Wort und betrachten es als Sünde, seine Forderungen zu missachten oder sie in Frage zu stellen. Und wir wissen und sagen offen, dass Homosexualität eine große Sünde ist, denn wenn Allah sie verurteilt, können und dürfen wir sie erst recht nicht tolerieren. Und Allah t’ala sagt im erhabenen Qur’an:

Und (Wir sandten) Lot, als er zu seinem Volk sagte: „ Wollt ihr denn das Abscheuliche begehen, wie es vor euch niemand von den Weltenbewohnern begangen hat? Ihr lasst euch doch wahrlich in Begierde mit den Männern ein anstatt mit den Frauen. Aber nein! Ihr seid maßlose Leute. “ Die Antwort seines Volkes war nur, dass sie sagten: „ Vertreibt sie aus eurer Stadt! Das sind Menschen, die sich rein halten. “ Da retteten Wir ihn und seine Angehörigen außer seiner Frau; Sie gehörte zu denjenigen, die zurückblieben. Und wir ließen einen Regen auf sie niedergehen. So schau, wie das Ende der Übeltäter war! [6]

 

[1] Spiegel-Online, 5. Januar 2006

[2] Genesis 19,4-13

[3] Leviticus 18, 22

[4] Leviticus 20, 13

[5] Römer 1,18-27

[6] Quran, al-Araf, 80-84

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