Was ist nun der richtige Islam?

Allah (3)In diesen Tagen ist es nicht ein Leichtes, über den Islam zu schreiben, da jedes Bemühen, den wahren Kern dieser Weltreligion zu illustrieren, mit Gräueltaten aus der Ferne mit einem Schlag und größter Leichtigkeit zu Nichte gemacht wird. Wir mögen reden und schreiben und uns um die Wahrheit bemühen, aber ein bewegtes Bild oder ein Satz aus dem Munde des Nachrichtenüberbringers reicht, um das Gerüst, das in seiner Festigkeit immer mehr einem Kartehaus gleicht, in sich zusammenfallen zu lassen. Die Schwierigkeit beim Wiederaufbau jedoch liegt nicht allein in der Tatsache, dass man stets wieder von Null anfangen muss, sondern der Grund auf dem man baut, immer wackeliger zu seien scheint. Das Glas der Unwissenheit über den Islam wurde von anderen gefüllt als von denen, die ihn leben und daher am besten kennen.

Bei all dieser globalen Manipulation und der gewaltigen medialen Gleichschaltung ist es weniger beruhigend als vielmehr eine Hoffnung, dass es noch Menschen gibt – und ihre Zahl scheint zu steigen – die den Mainstream-Medien keinen Glauben mehr schenken, weil ihre Lügen und ihre Bereitschaft, die Bürger zu manipulieren, zu offensichtlich geworden sind. Und natürlich gibt es noch genügend Individuen und Freidenker in diesem Land, denen bewusst ist, dass man Unrecht, das im Namen des Islam begangen wurde vom Islam selber trennen und das Übel nicht in diesem Glauben sondern in den Menschen suchen muss. Nichtsdestotrotz verlangt die Bereitschaft, über diese Religion gerecht zu urteilen, vom Einzelnen besonders in diesen Tagen einiges ab, denn der Grad zwischen Terror und Islam scheint stetig enger und die Stimmen, dass das Übel letztlich doch im Islam liegt, immer lauter zu werden. Es war einst ein Einfaches, die Trennlinie zwischen Islam und Al-Qaida zu setzen, nun jedoch etwas schwieriger und komplexer zwischen dem vermeintlichen Ismus der Salafisten und dem Islam, zumal fälschlicherweise heutzutage jeder Salafist ein potenzieller Unterstützer der IS zu sein scheint und somit eine Gefahr für den Frieden, wobei seine Erkennungszeichen tragischerweise inzwischen mehr äußerer Natur sind, die immer schon den Nährboden für rassistische Umtriebe bildeten.

Es kostet einiges an Kraft und Mühe, diese Religion zu verteidigen und ihr Bild immer wieder aufs Neue gerade zu rücken, zumal eins dem Normalsterblichen klar geworden ist: den Wettlauf gegen die Medien wird man nicht gewinnen, sowenig wie man einer atomaren Macht mit dem Knüppel drohen vermag. Doch der Gerechtigkeit und Wahrheit zu Liebe ist es alle Kraft und Mühe Wert, nach jedem Niederschlag aufzustehen, weil man weiß und nahezu täglich bezeugt, dass dem Islam Unrecht widerfährt. Ohne weitere Statistiken herbeiholen zu müssen, kann man sich schon denken, dass sie von allen anderen Religionen die meist gefürchtete ist.

Die Medien besitzen nicht nur die Fähigkeit, die Menschen in die Irre zu leiten, sondern sie tun dies vorsätzlich[i], um den Interessen ihrer Herren zu dienen, derer wiederum nicht im Wohle des kleinen Mannes oder des Unterdrückten liegen, sondern einzig und allein in ihrem Hunger nach Macht und Rohstoffen, ohne den ihr verlogenes System nicht einen Tag länger überleben würde. Die Medien zeigen – wenn überhaupt – stets einen Teil der Wahrheit und blenden das Gesamtbild gänzlich aus. Sie zeigen uns immerfort den Huf eines Tieres und behaupten, dass es sich hierbei um einen Esel handelt, ohne ihn jemals als Ganzes gezeigt zu haben. Wenn sich aber jeder die Mühe machen würde, das komplette Bild aufzudecken, würde er erkennen, dass es in Wahrheit ein Pferd ist, dem Esel ähnlich und doch völlig verschieden.

Niemand behauptet, dass jeder Muslim fehlerfrei und unschuldig sei, zumal die Muslime selber oft genug unter der Dummheit und Verirrung ihrer Glaubensbrüder und -schwestern zu leiden haben. Aber man sollte doch mehr als nur am Rande bemerken, dass diese Religion schon über 1400 Jahre besteht, und ihre Geschichte von kultureller und wissenschaftlicher Prosperität zeugt, denkt man allein an die 800jährige Geschichte des islamischen Andalusien, das zu seiner Zeit die größte Bibliothek der Welt besaß, und Studenten und Gelehrte aus allen Richtungen und jeden Glaubens in das Land strömten, um von diesem Wissen aber auch jener fortschrittlichen Zivilisation in jeder Hinsicht zu profitieren. Ihre Toleranz gegenüber anderen Nationen und Religionen war und ist ein Merkmal des gelebten Islam, auch wenn es hier und da durchaus Ausfälle gab. Aber dies waren Momentaufnahmen und nur als solche sollte man sie betrachten, wie man auch heute Verfehlungen und Unrecht, die im Namen des Islam geschehen, als diese beurteilen sollte, wobei in diesen Tagen es durchaus Wert ist, die Authentizität einer Nachricht stets zu überprüfen.

Der Islam wird weder von ein oder zwei Personen getragen, noch von einer Gruppe hier oder dort, sondern von weit über einer Milliarde Anhängern dieses Glaubens mit Tausenden von Gelehrten weltweit. Aber selbst da haben es die Medien geschafft ihr Gift zu injizieren, denn welche Bilder kommen hoch, wenn man an islamische Länder denkt? Grölende und randalierende Mobs, die hysterisch schreiend durch die Straßen rennen und johlend auf brennenden Fahnen tanzen. Wenn die Menschen im Morgenland nur Bilder von Hooligans im Fernsehen sehen würden, die sich in wöchentlicher Regelmäßigkeit gegenseitig die Köpfe einschlagen, betrunken und randalierend ganze Stadtzentren belagern und Staatsdiener angreifen, deren Einsätze übrigens von den Steuerzahlern getragen werden, dann hätten die Menschen dort durchaus auch eine andere Meinung vom so fortschrittlichen und gesitteten Abendland.

Egal was wir sagen, oder die anderen behaupten, was manche tun und andere wollen, der Islam ist doch kein Kartenhaus, sondern die Religion des einen Gottes und sie wird die Welt überdauern, ob die Menschen wollen oder nicht. Aus diesem Grund ist es am Ende nicht unsere Aufgabe, den Islam zu retten oder zu schützen, sondern die Wahrheit zu sprechen. Und wer sie hören möchte, möge sie hören und wer sich weigern möchte, möge sich weigern, und niemand ist verantwortlich für die Gedanken und Taten anderer, außer derjenige, der sie trägt und begeht.

Was also ist der Islam, nachdem neuerdings immer wieder gefragt wird? Die Antwort  ist einfach und nicht die meine, sondern die unseres Gesandten, Friede und Segen auf ihm, die in einem authentischen Hadith[ii] überliefert wird, indem er selber unter anderem über den Islam befragt wurde:

‚Umar ibn al-Khattab berichtete: „Einst, als wir bei dem Gesandten Allahs, Friede und Segen auf ihm, saßen, erschien plötzlich ein Mann, dessen Kleidung strahlend weiß und dessen Haar tief schwarz war, und der kein Anzeichen einer Reise an sich hatte, und den niemand von uns kannte. Er setzte sich neben den Propheten, Friede und Segen auf ihm, wobei seine Knie die des Propheten berührten. Die Hände auf seine Oberschenkel legend sagte er. „Oh Muhammad! Kläre mich auf, was wirklich Islam ist.“ Der Prophet, Friede und Segen auf ihm, sagte: „Islam‘ ist, dass du bezeugen sollst, dass es keinen Gott außer Allah allein gibt und dass Muhammad sein Gesandter ist, und dass du das Gebet verrichtest, die Zakat zahlst, das Fasten während des Monats Ramadan beachtest und die Pilgerfahrt zum Hause Allahs durchfuhrst, wenn du dazu in der Lage bist.“ Der Mann sagte: „Das ist richtig!“ Und wir waren erstaunt, dass er ihn fragte und sogleich die Richtigkeit der Antwort bestätigte.

Dann sagte er: „Erzähle mir vom Glauben!“ Der Prophet, Friede und Segen auf ihm, sagte: „Du sollst glauben an Allah, an Seine Engel, an Seine Bücher, an Seine Propheten, an den Jüngsten Tag, und du sollst glauben, dass Er das Schicksal bestimmt, sei es gut oder schlecht.“ Der Mann sagte: „Das ist richtig! Jetzt erzähle mir vom rechten Tun.“ Der Prophet, Friede und Segen auf ihm, sagte: „Du sollst Allah anbeten, als ob du ihn siehst, und wenn du ihn auch nicht siehst, so bedenke, dass Er dich beobachtet.“ Der Mann sagte: „Nun erzähle mir vom Jüngsten Tag.“ Der Prophet, Friede und Segen auf ihm, sagte: „Davon weiß der Gefragte nicht mehr als der Fragende.“ Der Mann sagte dann: „Nun, so lass mich einige der Zeichen des Jüngsten Tages wissen.“ Der Prophet, Friede und Segen auf ihm, sagte: „Dass die Dienerin ihren Herrn gebärt und dass barfüßige, nackte, mittellose Schafhirten Bauten in die Höhe ziehen.“ Dann verabschiedete sich der Mann, und ich blieb noch geraume Zeit dort. Schließlich sagte der Prophet, Friede und Segen auf ihm, zu mir: „Oh Umar, weißt du, wer dieser Fragesteller war?“ Ich antwortete: „Allah und Sein Gesandter wissen es am besten!“ Da sagte er: „Es war Gabriel, der kam, um euch zu unterweisen und euch eure Religion zu lehren.“

Der Islam ist demnach das gesprochene Glaubensbekenntnis, dass es nichts und niemanden gibt, der anbetungswürdiger ist außer Allah, der Eine Gott und dass Mohammad sein letzter Gesandter in der Reihe aller Gesandten und Propheten ist.

Das Verrichten des Gebets, das zugleich eine Form des Gedenkens und der Dankbarkeit gegenüber unserem Schöpfer und Versorger ist, wobei sich täglich fünf mal vor seinem Herren zu verbeugen und niederzuwerfen, niemals im Verhältnis zu Seinen Wohltaten an uns stehen kann.

Die Armensteuer, die auch nur zu diesem Zweck verwendet werden darf. Im Islam gibt es keine andere Steuer als diese und der Satz beträgt 2,5% des ganzen Vermögens jährlich, das übrigens um einiges gerechter zu seien scheint als viele Steuergesetze anderer Länder.

Das Fasten im Monat Ramadan, in dem der Gläubige immer wieder aufs Neue daran erinnert wird, wie schwach und mittellos der Mensch ohne die Gnade Gottes eigentlich ist und welche Bedeutung allein sauberes Trinkwasser hat, wofür er seinem Schöpfer nicht genug danken kann, zumal der Mensch nach vielen anderen Dingen trachtet und strebt, die Wesentlichen jedoch schon lange nicht mehr wertschätzt und sie für selbstverständlich hält.

Und als Letztes die Pilgerfahrt nach Mekka, zum ersten Gebetshaus auf Erden, das durch die Hand Abrahams und seines Sohnes Ismael, Friede auf ihnen beiden, errichtet wurde, vorausgesetzt man ist körperlich und finanziell in der Lage, diese Reise auf sich zu nehmen.

Das ist der Islam, und jeder, der diese Taten mit in sein Grab nimmt, kann am Tage des Jüngsten Gerichts mit der Gnade und ewigen Belohnung seines Allbarmherzigen Schöpfers rechnen.

[i] http://gloria.tv/media/tn9ThSTT1xb

[ii] http://de.wikipedia.org/wiki/Hadith

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