Monatsarchiv: Oktober 2014

Übrigens…

images…sind nicht Muslime für die Anschläge des 11. September verantwortlich. Der größte Terroranschlag der neueren Geschichte hat den Amerikanern und ihren Verbündeten Tür und Tor für ihre aggressive Außenpolitik geöffnet und dafür gesorgt, dass vermeintlich demokratische Gesellschaften zu Polizeistaaten umgewandelt wurden. Den Muslimen brachte es nur Tod und Leid.[1][2]

…war der Irak nie in Besitz von Atomwaffen und hatte keinerlei Verbindungen zu Al- Qaida. Die einzigen Gründe warum 500000 Muslime sterben mussten und das Land bis heute geplündert wird[3]

…sind es ausschließlich Muslime, die in Guantanamo, Abu Ghuraib, Bagram, Diego Garcia und den Kellern arabischer Despoten auf Befehl der Weltpolizei verrotten und gefoltert werden. Kein derartiges Gefängnis speziell für Nicht-Muslime ist bekannt

…haben die Palästinenser im letzten sogenannten Gaza-Krieg (zum Krieg gehören zwei ebenbürtige Gegner) 3 jüdische Zivilisten getötet. Israel dagegen hat mehr als 1200 Muslime getötet, 2000 Kinder, 1170 Frauen und 257 alte Menschen verwundet. Dabei haben sie ganze Familien ausgelöscht.[4]

…führen die Palästinenser keine Gefängnisse für israelische Bürger. Allein 2012 befanden sich 4706 Muslime in israelischen Gefängnissen, davon 220 Jugendliche (35 unter 16 Jahren) und 6 Frauen. Seit der Gründung Israels wurden nach Schätzung der Vereinten Nationen 700000 Palästinenser verhaftet.[5]

…töten die Amerikaner mit Hilfe von Drohnen bis heute tausende Zivilisten darunter immer wieder Kinder in Pakistan, Afghanistan, im Jemen und Somalia und Gott weiß, wo noch. Ächtung oder Verurteilung? Fehlanzeige. Die Ermordeten: Muslime[6]

…wurden bislang 500 Muslimbrüder unter dem neuen Schergen der Amerikaner in Ägypten zum Tode verurteilt. Ihr Verbrechen: Teil einer demokratisch gewählten Regierung gewesen zu sein. Entsetzen des Westens über Todesstrafe? Fehlanzeige. Übrigens, der Despot und Diktator Mubarak wurde nach 30 Jahren Schreckensherrschaft durch die jetzige an die Macht geputschte Regierung freigelassen. [7]

…starben in Deutschland seit seiner Gründung 0 Personen durch den sogenannten islamistischen Terror. Dagegen 144000 Rauchertote, 3300 Opfer des Passivrauchens (davon 1500 Säuglinge), 40000 Alkoholtote, 2000 Herointote und 4000 Verkehrstote jährlich. Laut WHO allein durch Rauchen weltweit 5.4 Millionen Tote. Das ist so als ob, jede Stunde ein Jumbojet abstürzen würde. Übrigens, Zigaretten wachsen nicht auf Bäumen. Wo kein Kläger da kein Richter[8]

…sind die Enthauptungsvideos der ISIS gefälscht. Der einzige Grund für den Westen sich an Luftschlägen in Syrien und dem Irak zu beteiligen. Übrigens, wirklich amateurhaft gemacht, reicht aber scheinbar heute aus, um die Menschen zu überzeugen[9]

…gibt es keine entführten Mädchen durch Boko Haram. Nur ein weiterer Versuch in Nigeria einzumarschieren, wie in Mali schon geschehen, jetzt in Sierra Leone und wir sind gespannt welche Länder folgen. Übrigens, alles Länder mit vornehmlich muslimischer Bevölkerung.[10]

…haben die Muslime keine Atombombe geworfen. Es war jemand anders.

…fanden fast alle Kriege des 20. und 21. Jahrhunderts ausschließlich aus materiellen Gründen vor allem dem Öl statt. Und es waren nicht islamische Staaten, die ihn stets begonnen haben. Ihre Gier nach dem schwarzen Gold hält sich in Grenzen. Die haben es ja und brauchen nicht so viel, weil sie unter anderem keine besonders ausgeprägte Kriegsindustrie haben.[11]

…sind es nicht die Muslime, die sich öffentlich über andere Religionen und ihre Propheten belustigen. Selbst das so gescholtene Saudi Arabien oder die ungeliebte Türkei lassen es nicht zu, dass Jesus in irgendeiner Form karikiert wird

…brennen Kirchen und Synagogen nicht in islamischen Ländern. Moscheen in Christlichen dafür immer öfter[12]

…so weiter und so fort

Übrigens, interessiert das überhaupt noch irgend jemanden ernsthaft? Die Tinte, mit der Geschichte niedergeschrieben wurde, ist längst getrocknet, und der Islam bleibt scheinbar die Gefahr für die vermeintlich freie Welt.

Quellen:

[1] http://alles-schallundrauch.blogspot.co.uk/2007/07/die-mutter-aller-lgen-um-911.html

[2] https://www.youtube.com/watch?v=VhqHf2FzhO4

[3] http://www.sueddeutsche.de/politik/us-studie-iraker-starben-im-irak-krieg-1.1795930

[4] http://antikrieg.com/aktuell/2014_07_30_raub.htm

[5] http://www.palaestina-portal.eu/texte/Palaestina_israel_gefangene_gefaengniss.htm

[6] http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Drohnen/tote.html

[7] http://www.spiegel.de/politik/ausland/aegypten-verurteilt-mehr-als-500-muslimbrueder-zum-tode-a-960356.html

[8] http://www.pafnet.de/index.php?name=AndyReviews&id=9946

[9] http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/paul-joseph-watson/kriminaltechniker-erklaeren-enthauptungsvideo-ist-moeglicherweise-manipuliert.html

[10] http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/gerhard-wisnewski/wenn-boko-haram-zweimal-klingelt-luegengeschichten-ueber-den-islamistischen-terror.html

[11] http://free21.org/sites/free21.org/files/article_pdf/low_resolution/free21_-_de_-_oilwars_low_3_0.pdf

[12] http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-08/moscheen-anschlaege-islamfeindlichkeit-ignoranz


„Nicht jeder Salafist ist ein Terrorist, aber fast jeder Terrorist ist ein Salafist“

A-Muslim-man-praying-alone1Mit diesem Statement, das man in der letzten Zeit immer häufiger hört, haben einige Regierungs- und Medienvertreter den Muslimen in Deutschland einen Bärendienst erwiesen, wobei Zweifel an einer guten Absicht durchaus berechtigt sind. Stellen sie sich vor, sie leben als eine Minderheit von Deutschen in einem anderen Land und sie hören immer wieder: nicht jeder Deutsche ist böse, aber fast alles Böse kommt von den Deutschen. Ich bezweifele, dass sie immer noch gerne auf die Straße gehen und sich länger als ein Teil der hiesigen Gesellschaft fühlen, zumal es ihnen ja nicht auf der Stirn geschrieben steht, von den Guten zu sein. Die Juden im Dritten Reich wurden mit der gleichen Aussage konfrontiert und gebrandmarkt, was am Ende die vermeintlich Guten auch nicht gerettet hat. Doch nein, zieht man derartige Vergleiche heran, kommt Empörung schon gewohnheitsmäßig auf, wird doch hier lediglich der Extremist verurteilt und nicht der gemeine Muslim und man solle bitte nicht stets die Opferkarte ausspielen, schließlich sind es die Christen, die weltweit verfolgt werden und in Saudi Arabien nicht einmal das Recht haben, ihre Religion frei ausleben zu dürfen. Punkt. Aus.

Ein Glück, dass Papier geduldig ist und es immer noch Menschen gibt, denen einfache Slogans und Pauschalurteile zu wenig sind, um sich eine Meinung zu bilden. Ich habe zwar Zweifel, dass hier am Ende die Vernunft der Vernünftigen siegt oder zumindest hilft, weil sich jene selber in diesem System nicht mehr helfen können und nur noch ein Spielball der Obrigkeit geworden sind, denn die Aufgabe des vermeintlichen Proletariats ist schon lange nicht mehr mitzubestimmen und zu verändern, sondern einzig und allein zu konsumieren und – wie manch einer schon sagte – seine Stimme in der (Wahl)Urne zu begraben. Dennoch ist es Wert, sich für das Richtige einzusetzen, um auch morgen in den Spiegel schauen und diese Welt mit gutem Gewissen verlassen zu können. Und wer weiß, vielleicht wird die Vernunft am Ende doch siegen und Wohl dem, der seinen Beitrag dazu geleistet hat.

Ich komme leider nicht drum herum, wieder Nazideutschland zu erwähnen bzw. vielmehr die Lehren, die man aus jener Zeit ziehen sollte, die jedem Schüler jeder Schule dieses Landes auf dem Weg in die weite Welt mitgegeben wurde: Nie wieder dürfen Gotteshäuser brennen. Entweder hat man einen guten Grund diesem Aufruf insbesondere in den letzten Jahre nicht folge geleistet zu haben oder Moscheen werden nicht als Gotteshäuser betrachtet, wie sonst sind 36 Anschläge auf Moscheen allein im letzten Jahr zu erklären[i]. Noch weniger zu verstehen, ist die Gleichgültigkeit und Zurückhaltung der Politik und Medien gegenüber diesem inzwischen scheinbar gewöhnlichen Ereignis, zumal das Bild eines brennenden Gebetshauses durchaus würdig wäre, mal auf einem Titelblatt zu erscheinen. Aber dies ist offensichtlich nur eine Randnotiz wert. Ist nun Deutschland was die Religionsfreiheit anbelangt tatsächlich in jeder Hinsicht besser als Saudi Arabien oder die Türkei, wo das Verbrennen von Kirchen nicht zum Alltag gehört? Man möge entgegnen, dass es auch dort unter den Tisch gekehrt werde, aber ich kann ihnen versichern, wenn dem so wäre, stünde es längst auf den Titelblättern der westlichen Presse – mit Bild wohlgemerkt – denn es wird keine Gelegenheit ausgelassen, diesen Ländern den Spiegel vorzuhalten und zu denunzieren.

Das im Titel erwähnte Zitat über den Salafisten wird nicht dazu beitragen, die Statistik von brennenden Gotteshäusern nach unten hin zu verbessern, vielmehr hat man damit den Zündstoff gemehrt, wie wir es vor allem in den letzten Tagen an den Ausschreitungen insbesondere in Hamburg und Celle sehen konnten. Da man nun Salafisten mit Terroristen gleichgesetzt hat, hat folglich jede Moschee mit salafistischer Gesinnung das Potential, eine Brutstätte des Terrors zu sein. Fakt ist, dass der Islam innenpolitisch das heikelste Thema zur Zeit ist, und nicht dass der eine oder andere zu der Schlussfolgerung kommt, jene Angriffe seien rechtens, da in ihnen Leute rekrutieren werden, die anderen Menschen die Hälse abschneiden und uns, die Christen, verfolgen und massakrieren. Allein Moschee und Rekrutierung in Verbindung zu setzen, ist ein Absurdum und eine sehr gefährliche Entwicklung. Wehret den Anfängen, kann ich da nur sagen.

Eigentlich ist es müßig zu erklären, wer oder was eigentlich ein Salafist ist, da sich der Westen bereits seine eigene Definition zurecht gelegt hat, sowie er zuvor allein bestimmen durfte, wer ein Terrorist sei. Der am Joystick eine Drohne lenkt, ist es schon mal nicht. Er tötet schließlich Frauen und Kinder für die gerechte Sache und im Namen der Demokratie, dazu noch zivilisiert mit einem Knopfdruck und nicht wie die Barbaren mit eigener Hand. Aber Wahrheiten hört man fast nur noch in den Narrenhäusern der Gesellschaft: dem Kabarett – dort aber bleibt sie und lustig wars auch.

Das Feuer wurde entfacht und der Muslim selber vermag es auch nicht mehr zu löschen. Dem im brennenden Haus bleibt nichts als die Flucht, und leider muss er dabei erkennen, dass auch Muslime mit ihrer Dummheit, Ignoranz und Arroganz mitgezündelt haben, indem sie der westlichen Politik in die Karten gespielt und es nicht einmal gemerkt haben. Nichtsdestotrotz bleibt der Anteil jener Ver- und Irregeleiteten verschwindend gering und das selbst – man höre und staune – unter den Muslimen salafistischer Gesinnung. Aber dies bleibt, wie bereits erwähnt, unerheblich weil ohne Wirkung, was allein dieser Satz dazu beigetragen hat:  fast jeder Terrorist ist ein Salafist, und der Erste bedroht ja die Weltordnung und somit folglich auch der Zweite.

Wie entzieht sich nun ein Muslim dem Verdacht, eine Bedrohung für diese Gesellschaft darzustellen? Mit Behauptungen friedlich und ein ehrlich arbeitender Bürger dieses Landes zu sein schon mal nicht. Das sagt er doch nur, um seine wahren Absichten und seine antiwestliche Agenda zu verbergen. Auch ein Geistlicher, der zum Dialog und zur Völkerverständigung aufruft, ist, wie der Spiegel  letztens eine Talkshow kommentierend schrieb, nichts als ein diabolisch grinsender Imam, der nun mal Salafist ist und uns nichts vormachen kann. Was also hilft, wenn das Wort versagt? Der Muslim möge den Bart kürzer oder am besten ganz abschneiden und die Muslima kann zwar das Tuch auf dem Kopf behalten, aber doch bitte ein bissel enger und bunter kleiden. Es folgt der allgemeine Protest und Einwand: wir wollen nicht den Islam verbieten, sondern wir möchten keine Salafisten unter uns haben. Und genau hier liegt das Problem.

Fragt man den Bürger auf der Straße, wer denn für ihn ein Salafist sei, beschreibt er in erster Linie sein Äußeres und weniger die Ideologie oder gar die Rechtschule, der er folgt, zumal das im Detail kaum jemand weiß, wobei selbst viele Muslime nicht einmal genau wissen, was die Salaf-Schule in Wahrheit beinhaltet. Der lange Bart oft kombiniert mit arabischer Kleidung und der Schleier oder weite dunkle Gewänder sind es, die der einfache Bürger mit dem Salafismus assoziiert. Das Problem dabei jedoch ist, dass dies Merkmale des Islams und nicht allein einer Richtung innerhalb desselben ist. Die Salaf-Schule ist eine Bewegung unter Vielen im Islam und um es einfach zu halten, sie ist vergleichbar mit der Orthodoxie des Christen- oder Judentums. Und nichts Verwerfliches oder Extremes ist darin zu erkennen, wenn der Mönch, Priester oder Rabbi einen langen Bart und die Nonne oder Ordensschwester dunkle Gewänder und gar eine Kopfbedeckung trägt und dabei alle in Vollem an die Bibel oder Thora glauben und sie praktizieren, indem sie Gottes Gebote achten und befolgen, sich von Wein und Spiel fern halten und ihr Leben nach dem Ewigen ausrichten. Und nichts Anderes ist der Islam und mit ihm der Salafismus. Jene Menschen, die im Namen des Islam Unrecht begehen, werden und wurden noch nie in der Geschichte dieser Religion seitens der Muslime und im Besonderen ihrer Gelehrten mit dem Salafismus in Verbindung gebracht, sondern einzig und allein mit ihrer Verirrung und Übertreibung im Glauben, was sie nicht selten zu Abtrünnigen des Islam machte. Und wenn Muslime dennoch heute den Salafismus und den Terrorismus miteinander in Verbindung bringen, dann nur weil diese Begriffe inzwischen anders definiert werden.

Aber leider helfen all diese Erklärungsbemühungen im Alltag herzlich wenig, zumal auch ich von den meisten Menschen auf der Straße vermutlich auf Grund meines etwas längeren Bartes als Salafist erkannt werde, obwohl ich mich selber nie anders als Muslim bezeichnet habe. Insofern schlummern auf Grund dieser neuen Maßstäbe auch in mir Kräfte, die jederzeit gegen alles und jeden ausbrechen könnten, was einfach völlig im Gegensatz zu dem steht, woran ich glaube und wonach ich am Jüngsten Tag gerichtet werde.

Wieder einmal die Opferrolle ausgespielt und völlig überzogen, würde manch einer sagen, doch seien wir mal ehrlich. Wenn wir in den Nachrichten hören, hier wurde ein Salafist verhaftet, dort eine Wohnung gestürmt, wer glaubt da schon an die Unschuld des Betroffenen? Oder ist es eher Erleichterung statt Sorge um den bärtigen Nachbarn, der gerade von der Polizei abgeführt wurde? Wen kümmert es noch, Hauptsache ein Bedrohungspotential weniger. Wen kümmern überhaupt die Menschen (wohlgemerkt: Menschen) in Guantanamo, die seit mehr als einem Jahrzehnt ohne Anklage dahinsiechen. Waren das übrigens auch Salafisten? Eigentlich eine ungewöhnliche Frage, aber warum? Weil der aktuelle Ismus von heute damals noch gar keine Rolle gespielt hat. Man hat es vorerst einfacher gehalten, denn der Begriff Terrorismus war schon als eine Abart des Bösen unter dem Normalsterblichen bekannt.

Das Rad, das immer größer und schwerer jedoch nicht langsamer zu seien scheint, lässt sich obgleich welcher Mühe nicht zurückdrehen und nicht einmal kurzweilig anhalten, vor allem weil Politik und Medien offensichtlich nicht einmal versuchen zu deeskalieren, stattdessen reden sie vom guten Muslim und schlechten Muslim und weiten den Krieg gegen den Terror auf allen Ebenen mit strammen Schritt aus. Besonders erschütternd finde ich, wenn man schon Kindern versucht zu vermitteln, welcher Muslim gut und welcher böse ist, wie es in der Nachrichtensendung für Heranwachsende Logo[ii] geschehen ist, in der man den Kleinen die Merkmale eines Salafisten in einer Minute an Hand von Bildern und Klischees hat erklären wollen. Die Juden konnte man einst an ihren langen Nasen und ihrer Gier nach Geld erkennen, die Salafisten heute am langen Bart und ihrer Kleidung. Geht’s noch?

Abschließend möchte ich festhalten, dass den Muslimen weltweit die Opferrolle durchaus zusteht, auch wenn sie nicht alleine dies für sich beanspruchen können. Schaut man heute auf die Konfliktherde der Welt, wird man ohne Mühe feststellen, dass ausschließlich nichtmuslimische Staaten andere Länder bombardieren, besetzen und plündern, und keineswegs umgekehrt. Und dabei sind es nun einmal vornehmlich Muslime, die in Afghanistan, Pakistan, Myanmar, Irak, Syrien, Palästina sterben und vertrieben werden, und dort, wo nicht gebombt wird, von westlichen Schergen regiert oder vielmehr unterdrückt werden. Gerne wird auf Saudi Arabien gezeigt, wenn es um den Islam auf politischer Ebene geht, aber ab dem Zeitpunkt der Gründung dieses Königreiches – übrigens mit der freundlichen Unterstützung und vor allem der Initiative der Engländer –  hat Saudi Arabien kein anderes Land besetzt oder angegriffen. Diese Tatsachen reichen immer noch nicht aus, ein Opfer sein zu dürfen, stattdessen fordert man sobald eine Handvoll von Extremisten irgendwo in der Welt ein Unrecht begeht – was aber auch erst bewiesen werden muss, das aber wiederum nicht immer geschieht – dass der Muslim sich von jenen Taten öffentlich distanziere und sich am liebsten hinter einem Plakat verbärge mit der Aufschrift Not in my name. Die Amerikaner dagegen haben ihren Präsidenten gewählt, und dennoch wird nicht von ihnen verlangt, die blutigen Taten ihres Oberhaupts zu verurteilen oder sich im Kollektiv zu schämen.

Es ist ein Spiel mit dem Feuer, die Welt in Gut und Böse aufzuteilen und mit den Ängsten der Menschen zu spielen, weil das naturgemäß Konsequenzen nach sich ziehen muss, die oftmals dazu verleiten, die Verhältnismäßigkeiten aus dem Blick zu verlieren. Ein gutes Beispiel neben dem Krieg gegen den Terror des westlichen Bündnisses ist Eins, das der Welt scheinbar völlig entgangen und in Vergessenheit geraten ist. Um sich vor Angriffen der Palästinenser aus dem Gaza-Streifen zu schützen, haben die Israelis einfach eine riesige Mauer entlang der gesamten Grenze gebaut und somit das Volk zum Gefangenen im eigenen Land gemacht. Es reichte nicht, den Hausbesitzer in die Besenkammer zu verweisen, sondern man riegelt sie ab, damit der Dieb vor dem Enteigneten sicher ist. Und damit nicht genug: man bricht in die Kammer ein und schmeißt Bomben hinein, mit dem Vermerk, ihn vorher gewarnt zu haben, um sich in Sicherheit zu bringen. So einfach geht das und die Welt schweigt und findet keinen Grund dieses Verbrechen offiziell zu verurteilen. Stattdessen verunglimpft man auch den leisesten Kritiker damit, ein Antisemit und ein Feind Israels zu sein.

Derweil werden hierzulande imaginäre Mauern zwischen den Kulturen gebaut und es wächst die Sorge, dass diese nicht allein in den Köpfen bleiben. Europaweit bilden sich Parteien und Gruppen aus Bürgern aller Schichten, deren Hauptagenda in der Bekämpfung des Islam liegt, auch wenn die meisten von ihnen behaupten, es nur auf den Extremismus abgesehen zu haben.[iii] Die Angst vor dem Salafismus hat es sogar geschafft, rivalisierende Fußball-Hooligans, die sich noch vor kurzem regelmäßig gegenseitig die Köpfe einschlugen, im Kampf gegen die Salafisten zu vereinen.[iv] Und es ist stark anzuzweifeln, dass ein grölender Mob bevor er zuschlägt, sich die Mühe macht, sich nach der genauen Gesinnung des vermeintlichen bärtigen oder verschleierten Opfers zu erkundigen. Es reicht inzwischen als Muslim nur noch an den Falschen zu geraten, ohne etwas gesagt oder getan zu haben.

Die Stimmung in Deutschland, zumindest was die muslimische Minderheit anbeglangt, ist alles andere als entspannt, und mit jeder neuen Schreckensmeldung aus jeglicher Ecke der Welt, wird es nun mal nicht besser und die Lage scheint jederzeit eskalieren zu können. Dabei ist weit und breit keine richtige Lösung erkennbar, ausser dass man den Salafismus bzw. seine Anhänger aus der Gesellschaft verband. Sollte das jedoch zukünftig der Weg sein, wie man mit ungeliebten Minderheiten oder Ideologien vorgeht, dann wird es möglicherweise nicht an dieser Stelle aufhören. Gestern waren es Terroristen, heute Salafisten und morgen? Muslimisten? Kuranisten? Ein jeder, der die Prinzipien des Kuran der herrschenden Ethik der Gesellschaft vorzieht? Mal ehrlich, ist ein Mensch noch gesellschaftsfähig und akzeptiert, der Homosexualität als eine Sünde vor Gott bezeichnet? – gesagt in einem Land, in dem es kein Dorf gibt, in dem nicht eine Kirche steht. Ich denke, da hört nicht nur die Akzeptanz sondern sogar die Toleranz auf und übrigens ebenso die Meinungsfreiheit, die sonst ja gerne gepriesen und herangeholt wird, wenn Gefühle Anderer verletzt werden – aber eben nur bestimmter Anderer. Die Büchse der Pandora habe ich damit hoffentlich nicht geöffnet, aber letztlich wäre es verlogen und gelogen, im Regen und Gewitter stehend zu behaupten, über uns befände sich keine dunkle Wolke. Und dennoch: dem heftigsten Sturm folgt stets der Sonnenschein, wie lang auch immer das dauern und wo immer man auch sein mag.

[i] http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2014-08/moscheen-anschlaege-islamfeindlichkeit-ignoranz

[ii] http://www.tivi.de/tiviVideos/kanal/880746?view=flash

[iii] http://www.spiegel.de/politik/ausland/geert-wilders-staatsanwaltschaft-ermittelt-gegen-rechtspopulisten-a-996252.html

[iv] http://www.heute.de/hooligans-vereinen-sich-gegen-salafisten-35277792.html